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sagte mein Mitbewohner und damit trifft dieser es ziemlich gut.

Nun leben wir in einem Haus, etwa 300 km weg von meiner alten Heimat, zusammen mit Mitbewohner und seinem autistischen Sohn.
Da ich Mitbewohner hier eh nicht mehr heraushalten kann, wollte ich ihn hier mal gebührend einführen, was ich somit getan habe 😉
Mitbewohners Person ist übrigens synonym mit „einem Freund“ den ich öfters schon im Blog erwähnt habe.

Ich bin angekommen und doch wieder nicht.

Irgendwie lebe ich gerade zwischen zwei Welten. Die alte und die neue. Es ist ungeheuer anstrengend.
Gerade weil so vieles zu tun ist und ich am liebsten einfach loslegen würde. Wenn es denn mal so einfach wäre.
Nun sehe ich an allen Ecken, was zu machen ist und doch stehe ich nur hilflos da und rühre mich nicht. Dabei würde ich so gerne zumindest irgendeine Ordnung wieder herstellen.
Hier herrscht noch das reine Chaos.
Normal plane ich alles bis ins kleinste Detail und auch wenn das länger dauert, so kann ich dann loslegen und das teilweise in einer enormen Geschwindigkeit. Nur will mir das derzeit nicht gelingen.
Selbst wenn ich einen Ablauf vorgeplant habe, gerate ich aus verschiedenen Gründen immer wieder ins stocken und weiß dann nicht mehr weiter.
Schaffe ich eine Aufgabe tatsächlich mal durch, dann stehe ich danach völlig planlos einfach da. Normal müsste ich doch einfach nur weiter machen. Genug zu tun wäre ja.

Aber mein Kopf ist leer und es fällt mir immer schwerer meine Gedanken zu fassen.
Mir fehlen meine Bilder.
Normal hatte ich immer alles genau im Kopf, was ich an Sachen habe und wohin sie gehören. Aber diese Bilder, die ich habe, sind nicht ohne weiteres übertragbar, weil hier alles anders steht, und schon wieder bin ich auf genaue Anweisungen angewiesen.
Beispielsweise ist mein Wohnzimmerschrank nun unser Esszimmerschrank und somit wird der auch ganz anders gefüllt. Eigentlich müsste ich mich jetzt eine Weile hinsetzten und in Ruhe planen, aber dazu fehlt mir der Überblick, da hier gerade 2 komplette Haushalte aufeinander prallen.

Mitbewohner tut alles was er kann, aber zerreissen kann sich dieser auch nicht und vor allem wäre da auch keine Zeit um mich „an die Hand“ zu nehmen.
Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, das es mich so sehr aus der Bahn werfen würde. Ich hatte zwar eine gewisse Planlosigkeit angenommen und das es länger dauern würde, bis ich richtig ankomme. Aber das ohne Anweisungen momentan gar nichts geht, eine solche Situation hatte ich schon sehr lange nicht mehr.
Bin ich wirklich so sehr auf Anweisungen, Pläne, etc angewiesen? So wenig selbstständig?
Ich fühle mich als Last, obwohl ich irgendwo weiß, das es vermutlich nicht stimmt. Wahrscheinlich ist es auch nur mal wieder mein eigener Anspruch, mein eigener Perfektionismus.
Es ist auch nicht so, das ich gar nichts mache, aber es kommt mir so wenig vor.
Irgendwie, als werde ich dem Chaos nicht Herr und dabei können wir alle kaum etwas dafür.
Ich tu mein bestes, um das alles zu überspielen, aber wie man am Eingangssatz schon lesen kann, gelingt mir das nicht besonders gut.

Wenn ich doch zumindest das drumherum abnehmen könnte. Den Rücken frei halten. Essen für die Woche planen, einkaufen, so das Mitbewohner nicht alles allein machen müsste. Aber ich weiß noch nichtmal was morgen auf dem Speiseplan stehen könnte, wenn man es mir nicht vorgeben würde. Geschweige denn, das ich mich trauen würde einzukaufen. Ich kenne den Laden nicht, weiß nicht was ich kaufen soll, wo es dort steht. Dadurch könnte ich nichtmal einen Einkaufszettel schreiben.
Nächste Woche fange ich wieder an zu arbeiten und bislang weiß ich nichtmal wohin ich meine Arbeitssachen hinstellen soll.
Eigentlich müsste ich sie nur hochholen, einräumen, den Tisch aufbauen, Rechner aufstellen…schon ist stopp. Wohin einräumen, wo den Tisch aufstellen und was mache ich mit den Sachen, die da rumstehen. Wo stelle ich den Drucker auf und wie komme ich an den Rollcontainer, wenn doch allerhand davor steht.
Ich mag Mitbewohner das nicht auch noch fragen.
Er hat so schon genug zu tun.

Selbst diesen Blog zu schreiben bereitet mir ein schlechtes Gewissen, denn eigentlich sollte ich hier nicht herumsitzen und lieber irgendwas tun. Irgendwas. Irgendwie. So schwer kann das doch nicht sein.

Und so überlege ich weiter, und das trotz das ich mittlerweile Kopfweh habe.

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