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Für mich ein großes Thema.

Viele fragen mich warum ich so wenig schreibe. Warum ich selten Dinge von mir und meinem inneren preisgebe. Obwohl ich ja immer sage, dass ich mich im schreiben wesentlich besser ausdrücken kann als real.

Es liegt an der Angst nicht verstanden zu werden. Den Satz, das kenne ich aber auch oder das haben viele, kann ich mittlerweile nicht mehr lesen/hören.

Ich habe das Gefühl schon seit ich denken kann. In einem Blog habe ich etwas über Mitgefühl gelesen, das ich so in vielen Punkten auch empfinde Realitätsfilter Mitgefühl.
Dort steht auch ein Passus darüber, dass Autisten Gefühle selten oder gar nicht nach außen tragen, meist missverständlich und vor allem das sie sich erst selber im klaren sein müssen, was andere oder in meinem Fall ich selber da eigentlich empfinde.
Was mich aber auf die Frage brachte warum ich so missverstanden werde.

Liegt es wirklich daran, dass ich Gefühle nicht nach außen transportiere?
Aber warum geschieht das dann auch schriftlich. Wo man mich doch gar nicht sehen kann?

Real werde ich als gefühlskalt bezeichnet. Als distanziert, zurückhaltend und unsicher.
Nun, gefühlskalt bin ich nicht. Ich habe manchmal Probleme damit Gefühle nach aussen zu transportieren. Manchmal werde ich von Gefühlen überschwemmt, weiss nicht wohin mit ihnen und muss alles erstmal ordnen. Dazu muss ich vermehrt den Blick nach innen richten.
Auch wurde mir desöfteren gesagt, dass meine Mimik nicht zum gesagten passt. Gerade beim Arzt ist es z.B. schwierig zu vermitteln wie krank man sich fühlt, wenn man es mir doch gar nicht ansieht.
Die Distanziertheit liegt eher an meiner Abneigung vor Berührungen. Gerade bei fremden Personen ist diese sehr ausgeprägt und stuft sich immer mehr ab je vertrauter mir ein Mensch ist. Aber auch bei Vertrauten habe ich da meine Grenzen. Es gibt Tage da geht es besser und es gibt Tage, da ertrage ich noch nicht mal das umstreifen meiner Beine von meiner Katze.
Zurückhaltend und unsicher. Ja, das bin ich oft….Allerdings aus anderen Gründen wie oft vermutet. Zurückhaltend, weil ich über vieles erstmal nachdenken muss. Nicht jede Situation erschliesst sich mir sofort und manchmal sind andere schon viel weiter und ich analysiere immer noch die erste. Das lässt mich auch unsicher werden. Gerade im realen Leben während eines Gesprächs fehlt mir oft die Zeit dazu. Schriftlich kann ich mir da mehr Zeit geben. Auch sind viele im schriftlichen mehr gezwungen ihre Gefühle aufzuschreiben. Man kann nunmal den Gesprächspartner nicht sehen und daher auch nicht die üblichen nonverbalen Signale senden.

Nun, aber warum werde ich nicht verstanden. Selbst wenn ich versuche erklärend vorzugehen wie es in mir aussieht?
Ich denke abschließend nicht, das es nur an dem Transport nach aussen liegt. Vielmehr ist es meine besondere Sichtweise, mein Denken…Wie ich meine Umwelt wahrnehme und sie mich, spielt natürlich eine große Rolle, aber ist nicht die Lösung meiner anfänglichen Frage.
Ich schreibe wieder, aber mehr unter den Autisten. Sie verstehen mich wesentlich besser als NT´s.
Es wäre nur interessant herauszufinden, wie ich das auch dem ein oder anderen NT vermitteln kann.

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