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Ich bin mich manches mal so leid und das meine ich so wie es da steht. Nicht anders. Weder tu ich mir leid, noch fühle ich mich leidend. Ich bin mir meiner auch nicht überdrüssig. Aber ich bin mich manches mal leid.

Ich bin es leid, das ich immer und immer wieder diese Missverständnisse auslöse. Schon mein ganzes Leben. Das mag maßgeblich daran liegen, das ich anders aussende, widersprüchlich manches mal zu dem was ich eigentlich ausdrücken will.
Dazu wenig nuanciert. Ich teile mich kaum mit, und das nicht nur verbal. Es ist schwer auszumachen, was in mir vorgeht. Das etwas ist, das kann man unschwer sehen, aber nicht was.
Ich bin oft überfordert. Gerade wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig tun soll und wenn dann noch irgendetwas hinzu kommt, das meine volle Aufmerksamkeit verdient hätte oder zumindest eine adäquate Reaktion, dann bin ich dessen nicht fähig. Nicht fähig meine Gedanken nach außen zu transportieren. Vor allem nicht verbal. Ich bitte auch nicht um Hilfe und will alles mit mir selbst ausmachen.
Aber es kann nicht nur das sein. Es passiert mir genauso schriftlich, nur hat es dann scheinbar eine andere Wirkung. Hier fehlen die Äußerlichkeiten ja gänzlich und dennoch löse ich immer irgendetwas aus. Etwas das ich nicht greifen kann, nicht verstehe.
So gefühlsbetont ich auch bin, ich zeige es kaum und schriftlich fehlt es gänzlich. Als ob sich meine rationale Seite über mein Herz legen würde. Jedoch nicht emotional, sondern nur in der Ausdrucksweise. So kommt es mir zumindest vor.

Es ist oft schwer zu greifen und doch sehe ich an den Reaktionen anderer, das es an mir liegen muss.
Denn die Reaktionen sind meist gleich, auch wenn wechselnde Personen und Charaktere involviert sind.
Ich kann nur nicht genau sagen, was es ist. Nur das ich es leid bin. Nichtmal das es mir leid tut, denn dazu müsste ich ja wissen um was es eigentlich geht.

Mein Leben ist rückblickend betrachtet gezeichnet von einem Scherbenhaufen zum nächsten. Irgendwie habe ich immer alles kaputt gemacht. Sei es Freundschaften oder auch meine Ehe. Beziehungen aller Art.
Ja, es gehören immer zwei dazu, höre ich euch schon sagen, aber ist es wirklich so sehr von der Hand zu weisen, das wenn ich selbige Schwierigkeiten nicht hätte, mein Leben vielleicht anders verlaufen wäre?
Ich bin oft so unsicher. Unsicher meiner selbst. Unsicher dem, was ich kann, oder dem was ich mal können möchte.
Und doch versuche ich es immer und immer wieder und dann sind meist zwei Dinge möglich. Entweder ich bekomme es tatsächlich hin oder ich versage vollständig.
Das Gefühl zu versagen ist nur in meinem Leben gegenwärtiger.

Bin ich zu anders?

Auch wenn ich autistisch bin, so ist es doch allenfalls eine Erklärung, aber es kann doch keine Entschuldigung sein.
Aber wie soll ich was ändern, wenn ich nichtmal genau erfassen kann, was ich verkehrt mache und schon gar nicht, wenn ich in solch einer Situation stecke.

Manchmal wünschte ich einfach, es wäre einfacher. Ich wäre einfacher. Ich könnte vielleicht einen Freundeskreis haben, auf Nachmittagsveranstaltungen gehen und meinen Kindern beim Spielen mit ihren Freunden zuschauen. Klingt kitschig, wie eben diese netten Familiensoaps, die oft das perfekte Leben spiegeln sollen. Die perfekte Familie, die perfekte Frau. Mit dem perfekten Job. Perfekt eben.
Ich weiß, es hat mit dem wahren Leben nichts zu tun, aber ich habe immer das Gefühl noch weiter weg davon zu sein als andere.
Dabei stehe ich gar nicht auf Kitsch und dieses perfekte Leben wäre sicher nur langweilig.
Nur fühlt es sich in vielen Fällen eher wie ein Überleben an. Zurzeit besonders.

Zurzeit bin ich sehr still. Nicht weil ich es sein möchte, sondern weil ich nicht anders kann. Immer die Angst im Hinterkopf, das es doch nur wieder zu Missverständnissen kommen wird.
Die Angst vor einer erneuten Konfrontation. Dem eigenen Versagen. Weiteren Anschuldigungen.
Mit jedem Mal wurde der Weg zurück schwerer. Nicht weil andere es mir schwer machten, sondern weil ich mein Vertrauen verloren habe. Nichtmal so sehr in andere, sondern vielmehr in mich selber.

„Du bist doch sehr diplomatisch, eher ruhig.“ sagen sie häufig bis zu dem Zeitpunkt, wenn es wirklich eskaliert.
Momentan geht es, aber das liegt vermehrt daran, das ich Kontakt vermeide.
Immer mehr frage ich mich, ob ich mich anderen antun kann.

Bin ich vielleicht zu schwierig? Zu speziell?

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