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und prompt wendet sich der Gesprächspartner ab sofort nur noch an meinem Begleiter.

Eine Situation, die ich leider nur zu gut kenne.
Als ob die Aussage, sie ist Autist, gleichbleibend wäre mit, sie ist dumm. Ich hatte schon Fälle, da wendeten sie sich doch irgendwann auch wieder an mich, und redeten dann auf einmal sehr langsam, einfach, laut und überdeutlich: „Wir müssen sie jetzt Röntgen, das wird auch nicht weh tun“. Äh…ja, weiß ich.

Völlig ungeachtet dessen, das ich vorher doch ganz normal mit Ihnen geredet habe, und meine Antworten klingen auch nicht gerade so, als wenn ich schwer von Begriff wäre.
Gut, meine Außenwirkung mag manchmal darauf hindeuten. Zumindest für jemand, der keine Ahnung von Autismus hat. Gerade wenn irgendwas im Gespräch schiefgeht, so wie gestern, und mein Begleiter eingreifen musste.

An diesem Tag war es einfach zuviel. Eigentlich sollten wir nur zum Anästhesie-Gespräch. Das habe ich auch noch ganz gut gemeistert.
Als das beendet war, sollten wir gleich noch hoch auf Station, mich anmelden. Wohl, weil ich gleich die erste morgen sein werde.
Das allein stand ja schon nicht auf dem Plan. Dann knallte man mir einen Essenplan hin, den ich schonmal ausfüllen sollte. Und weg war sie.
Allein die Verteilung der Tage warf bei mir schon Grundsatzfragen auf. Soll ich nun für den OP Tag Essen bestellen, oder nicht, und wie ist es mit dem Entlassungstag?
Ganz nebenbei, das dort nirgends eine Möglichkeit bestand, lactosefreie Kost zu bestellen.
Dann kam eben oben beschriebenes Gespräch und dann die Aussage, das was fehlt und ich mir nicht sicher war, ob das nicht schon die Belegärztin mit mir erledigt hatte. Zumindest habe ich selbst keine OP-Bewilligung ausgefüllt. Da war es dann aus.
Der Hinweis auf meinem Autismus kam dann von meinem Begleiter, genauso wie die darauffolgenden Aussage: „sie ist hoch Intelligent, sie können schon ganz normal mit ihr reden“.

Zumindest diesmal ließ sich mein Gesprächspartner dann
darauf ein.
Aber nicht immer reagiere ich richtig, oder meine Begleiter. Meistens sind wir zu platt, nach solchen Aussagen.

Ein für allemal

Autismus ist in seiner Reinform nicht maßgeblich für eine Intelligenzminderung. Selbst wenn in diesem Zusammenhang Mehrfachbehinderungen (häufig bei frühkindlichen) auftreten, sind es gesonderte Diagnosen, wie zB geistige Behinderung oder Sprachbehinderung und selbst da muss man unterscheiden.
Meine Söhne sind zusätzlich Sprachbehindert, aber deswegen nicht dumm. Sie können sich nur nicht so gut ausdrücken. Das ist alles.

Zumindest macht es vom ersten Eindruck her schon wenig Mut auf die kommenden Tage.
Auch, wenn man die folgenden Fragen beachtet, die sie dann meinem Begleiter gestellt hat, in Bezug darauf, wie man am besten mit mir umgehen sollte. Wobei sie da schon mehr getan hat als andere. Sie fragt zumindest.

Aber ganz ehrlich? Ich war mit der Frage reichlich überfordert.
Wie geht man denn am besten mit mir in solchen Situationen um? Immerhin meide ich Krankenhäuser wo es nur geht und habe nicht immer gute Erfahrungen damit gemacht.

Rückzugsmöglichkeiten haben wir genannt. Sie sollen sich nicht wundern, dass ich öfter verschwinde. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, das ich einfach meine Handynummer bei den Schwestern hinterlassen habe. Sollte meine Anwesenheit erfordert sein, können sie mich so am schnellsten finden 😉
Nicht anfassen, lieber, wenn möglich, nur auffordern mich zu drehen oder zu bewegen.
Wenn es umbedingt nötig ist, mich vorher darauf hinweisen.
Möglichst die Termine einhalten. Auch wenn es in einem Krankenhaus sehr schwer ist, das zu bewerkstelligen. Das weiß ich.
Aber so sollten sie sich zumindest nicht wundern, wenn ich sehr unruhig werde.

Viel mehr ist mir da gar nicht eingefallen. Habt ihr noch Ideen?

PS: Ich werde morgen vermutlich nicht in der Lage sein, auf meinem Paddi lange Texte für meinen Blog zu verfassen. Am ersten Tag darf ich wohl gar nicht aufstehen und am den darauffolgenden Tagen nicht länger als 5 min am Stück sitzen und am Handy gestaltet sich das schreiben bei WordPress doch etwas umständlich.
Wer dennoch wissen will, wie es mir geht, kann ja bei Facebook oder bei Twitter nachlesen.
Mir ist bewusst, das einige sicher wissen wollen, wie es morgen nun weiterging „OP, ja oder nein“ und falls, wie es mir geht.

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