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Ich beziehe mich hier auf meinen letzten Artikel.

Ich weiß, das der Verfasser nicht Autisten explizit anspricht…zumindest nicht durchweg und doch irgendwie schon. Zumindest spricht er gewisse Klischees an.
Was mich an dem Artikel stört, ist der Kontext an sich.
Dass es wohl Menschen gibt, die es hip oder en vogue finden, anders zu sein.
Dabei wirft er Nerds, Autisten, Piraten und andere Gruppierungen gleichermaßen in einen Topf.

Seit einiger Zeit kursieren Aussagen wie Autismus als Modediagnose, als erstrebenswert, nerdig…
Es ist der Gegenpool zu Aussagen wie, Autismus und Massenmörder, gemütskalte Menschen und dem Sex nicht fähig. Das sind extreme und hat beides mit der Wirklichkeit nicht zu tun.
Mitunter wurde auch die Validität angezweifelt und das sogar bestärkt durch eigene Reihen, die sich selbst als Autisten dadurch unglaubwürdig machen.
Seid ihr euch eigentlich der Tragweite solcher Aussagen bewusst?
Oder geht es hier um was ganz anderes?

Autismus als Modediagnose zu betiteln hat mitunter zur Folge, das ich mit meinen Schwierigkeiten nicht mehr ernst genommen werde. Oder meine Kinder, eure Kinder, ihr selber.

Wie kommt man darauf, das Autist sein hip ist. Nichts anderes war die Aussage von diesem Text.
Weil manche sich nicht diagnostizieren lassen?

Meint ihr die, die Kinder haben und eventuelle Konsequenzen durch Ämter fürchten?
Meint ihr die, die keine Diagnose erhalten, weil es einfach an Spezialisten mangelt.
Vielleicht auch die, die teilweise bis zu 2 Jahre auf eine Diagnose warten müssen, weil das Bewusstsein für Autismus wächst, öffentlicher wird.
Ist das nicht eine gute Entwicklung… immerhin hätte meinem Sohn so viel erspart werden können und wir wären heute nicht nur damit beschäftigt, die Scherben wieder zu kitten.

Oder meint ihr vielleicht diejenigen, die durch ein gutes Umfeld, hohe Kompensationsstrategien etc recht angepasst leben.
Ich verrate euch was…die haben im Grunde die gleichen Probleme und viele sind erst dann sie selbst, wenn sie durch ihre Haustüre ins sichere Heim kommen.
Vielleicht nicht gleich, aber dieses ewige Leben an der Belastungsgrenze, diese lebenslange Rolle, die man spielt…sie laugt aus.
Lass ihnen mal das Umfeld wegbrechen, lass einschneidend Veränderungen geschehen und alles kann plötzlich ganz anders aussehen.

Meint ihr vielleicht die?

Oder wen meint ihr mir leichtem Autismus, leichtem Asperger, denn den gibt es in meinen Augen nicht.
Vielleicht meint ihr die Politiker, die sich gegenseitig mit Autismus beschimpfen und eigentlich nur bestimmte, meist negative, Eigenschaften meinen.
Ich sag euch mal was, das sind keine Autisten.

Das ganze nimmt langsam ein Ausmaß an, gegen das es immer schwerer wird, anzukämpfen.

Was ist denn mit denen, die Hilfe im Alltag benötigen. So wie ich.
Oder was ist mit denen, die erst mit 10 eine Diagnose erhalten haben, so also nicht valide sind (? ) aber Kanner Autist, wie mein Sohn. Nur, weil sie durch sämtliche Raster gefallen sind.
Was ist mit den Autisten, die sich gut anpassen, aber immens viel Energie darauf verwenden, das alles zu kompensieren.

Seht ihr denn nicht, was ihr mit solchen Aussagen und Verallgemeinerungen verursacht?
Welche Konsequenzen das nach sich zieht?

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