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Seit gestern verstehe ich die Welt nicht mehr. Nicht das ich sie sonst sonderlich gut verstanden hätte, aber ich hatte da mal einen Traum.

Ich stelle klar

Ich vertrete mich als Autistin und ich stehe somit auf der Seite der Autisten. Der Traum war, dies mit euch gemeinsam zu tun. Mit den Fachleuten, mit Eltern, und wer mich kennt, der weiß das auch. Man braucht nur in meinem Blog nachzulesen, wie lange ich diesen Traum schon hege.

Der allerdings gerät gerade gehörig ins wanken und ich kann nicht nachvollziehen, warum manche so auf meinen letzten Artikel reagieren.

Niemals habe ich Eltern angegriffen, zumindest nicht die, die für Autisten sind, den Austausch mit uns suchen. Die alles für ihre Sprösslinge tun. Sicher nicht immer sofort verstehen, es aber versuchen und durch uns oft klarer sehen.
Ihr seid die direkten Vertreter eurer Kinder, in manchen Fällen das Sprachrohr und so auch im gleichen Maße betroffen wie ich.
Ich meine damit nicht gleich betroffen wie Autisten, das könnt ihr gar nicht.
Aber eben genauso betroffen von Ausgrenzung, mitleidigen Blicken, Verständnislosigkeit und manchmal auch hilfloser Wut.

Ich selbst bin Autistin, aber auch Mutter und ich war euch immer näher als ihr denkt. Auch wenn ich nie viel über meine Kinder schreibe.
Ich kann auch die Mütter mit Kannerautisten verstehen, so habe ich selbst 2 Kinder die frühkindlich autistisch sind. Ich kenne eure Sorgen, teile sie mitunter und ich verstehe.
Auch wenn ich nicht alle Sorgen mitteile, so sind sie doch da.

Ich bin nicht nur Autistin, ich bin auch Mutter!

Das war nie anders und wird es nicht sein.
Es geht um die Eltern, die Autisten nicht als das annehmen können, was sie sind, wie sie sind und wer sie sein werden.
Es geht um die Eltern, die Autismus wegtherapieren, wegätzen oder sonstwie weghaben wollen. Die unbelehrbar sind und meinen alles besser zu wissen. Die sich hinstellen und sagen, das ABA ihrem Kind gut tut und genau das ist was „Autist“ braucht. Das wissen sie, weil sie Eltern sind.
Diese Eltern haben nie auf uns gehört oder interessieren sich nicht für den Weg der Verständigung. Sie wollen ausmerzen, das schlechte bannen und ein Kind haben, das ganz „normal“ ist.

Und selbst bei diesen Eltern differenziere ich. Da gibt es noch die Verzweifelten, die vielleicht auch neu sind und dann gleich an die falschen geraten, z.B. an ein Autismustentrum, welches ABA praktiziert.
Eltern, die nicht weiter wissen, die schnellere Erfolge sehen wollen, weil SIE leiden. Wohlgemerkt sie und oftmals nicht deren Kinder.
Ich kann sie verstehen.
Auch ich habe große Sorgen bezüglich meines Sohnes und auch ich habe ihn in eine Therapie geschickt. Aber nicht um ihm zu ändern, sondern um zu lernen sich anzunehmen.
Ich kann die Verzweiflung irgendwo verstehen. Wie gesagt, auch da differenziere ich.

Ja, ich als Autistin kann für mich alleine sprechen, aber ich spreche auch für meine Kinder, weil sie das noch nicht selber können.
Und das könnt ihr auch!

Wir sind Autismus steht da und nicht Wir sind Autist.

Wer hat denn behauptet, das ihr nicht mitmachen dürft, euch nicht zu Wort melden sollt. Ihr gehört genauso dazu.
Gerade die Eltern, die ich wirklich als Sprachrohr ansehe, die sich für ihre autistischen Kinder wirklich einsetzen und ich weiß, das es einige da draussen gibt…auch welche die Blog schreiben.
Wehrt euch, bezieht Stellung! Für eure Autisten.

Das gleiche gilt Therapeuten, Fachleuten, Regionalverbänden, etc. die eben nicht die Meinung sind von Autimus Deutschland und was diese nach außen hin zeigen.

Was hindert euch daran, euch zu Wort zu melden. All diejenigen die auch dort Mitglied sind oder vielleicht auch Funktionäre.

Das ihr Mitglied seid?

Ein Vereinsvorstand besteht aus gewählten Mitgliedern und ist im Grunde eine. Interessenvertretung. Im Falle Autismus Deutschland eine Interessensvertretung „für“ Autisten. Nebenbei sollte ein Verein immer im Interesse seiner Mitglieder handeln und nach außen vertreten. Bestimmt wird diese „Richtung“ durch deren Mitglieder.
Seid ihr nicht die Basis? Das Sprachrohr?

Ich weiß das unter euch einige sind, die eben nicht die Ansichten von Autismus Deutschland teilen oder in der Vergangenheit nicht ganz glücklich mit manch Auswahl an Themen waren.
Einige Regionalverbände leisten enorm gute Arbeit und an die ging mein Vorwurf auch gar nicht.

Ich weiß auch, das unter euch welche sind, die immer schon versucht haben, etwas an der Vorstandspolitik bei Autismus Deutschland zu ändern.
Aber sind die Zeiten um Bitte Bitte zu sagen nicht vorbei?

Ich rufe euch alle auf, etwas dagegen zu tun!
Beteilig euch an der Aktion Wir sind Autismus oder sucht andere Wege.
Vielleicht schaffen wir es gemeinsam etwas zu ändern.

PS: Vermutlich habe ich mich jetzt mit diesem Artikel vollkommen in die Nesseln gesetzt (RW) oder ich habe das erreicht,was ich erreichen wollte

ein MITEINANDER

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english version

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