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Die letzten drei Tage habe ich mit wachsendem Unmut und teilweise sogar Entsetzen #Autismus14 auf twitter verfolgt, wo unter anderem Quergedachtes schrieb, der an der 14. Bundestagung von Autismus Deutschland in Dresden teilnahm.
Seine Tweeds sind unter anderem auch hier nachzulesen und hier hat er noch zu den jeweiligen Tagen Blogposts verfasst (1. Tag, 2. Tag, 3. Tag)

Nicht nur, das Autismus Deutschland ABA propagiert, so wenden sie dies auch in ihren zahlreichen Autistenzentren an. (Zum Glück nicht in allen und viele weigern sich da, was ich sehr wohl honoriere.)
Die Aussage, das sie ABA ja nur deshalb in Deutschland anbieten, weil die Nachfrage dazu vorhanden wäre, macht die Tatsache nicht viel besser.
Welche Nachfrage denn? Meinen sie die Eltern, die gerade erst von Autismus erfahren haben und sich hilfesuchend an die Autismuszentren wenden und dort den Rat erhalten, die dortige ABA Therapie sei das beste für ihr Kind?
Oder meinen sie die Ärzte, die Fachleute, die kaum ein Wort „mit“ Autisten wechseln.
Meinen sie Ärzte wie Prof. Dr. Dose, der allgemeinhin schon den Ruf „genießt“, das er mehr als schlecht über Autisten denkt.
„war das nicht der, der meint, das nur 20% der Verdachtsautisten wirklich autistisch sein. Der Rest seien Schizotyp oder leiden an anderen Störungen? Ist das der, der behauptet, Autisten haben keinerlei Empathie und Autisten können keine Familien haben oder ihre Kinder lieben.“
Ja, genau der.
Und diese Information habe ich sogar aus erster Hand, denn ich kenne jemanden, der in Taufkirchen zur Diagnostik war.
„Der Kerl lehnt ab, das es erwachsene Autisten gibt, außer sie sitzen sabbernd in einer Ecke“
Ja, genau der.

Und den soll ich Ernst nehmen?
Als ich las, das dieser bei Autismus Deutschland maßgeblich an der Tagung beteiligt ist, schwante mir schon böses.

Aber das ist nur ein Redner, dachte ich mir.
Was dann kam, entsetzte mich immer mehr.
Erschreckend daher, weil ich solch Ansichten und Verhalten kenne. Von Unwissenden, manch verbohrten Fachärzten, Intoleranten Menschen, einigen Therapeuten….
aber Autismus Deutschland? Ein Verein (sogar sich Dachverband schimpfend) „für“ autistische Kinder?
Ehrlich?

Immer wieder wurde über die Veranstaltung hinweg der Eindruck vermittelt, das Autisten weder moralisch handeln können, „leichte“ Autisten doch lieber den Mund halten sollten, und autistisch bin ich eh nicht, denn laut Dr. Kamp-Becker ist die Validität meiner Diagnose statistisch gesehen eh extrem niedrig, da ich ja Hochbegabt bin und erst mit 36 diagnostiziert wurde.
Zur Information, als ich 3-5 Jahre alt war, wo nach deren Meinung Autismus am auffälligsten sein soll und nur da Diagnostiken aussagekräftig, war Asperger noch nichtmal im ICD10 festgeschrieben, geschweige denn war Asperger allgemeinhin bekannt.
Noch heute werden viele Autisten nicht in diesem Alter diagnostiziert und oft liegt es an der Unwissenheit mancher Fachärzte.

Immer mehr ging mir in den letzten Tagen auf, das Autismus Deutschland maßgeblich entscheidet, wer da redet und um was es inhaltlich gehen wird.
Zwar waren auch der ein oder andere Vortrag von Rednern dabei, wo auch als interessant zu bezeichnen sind, und sogar Dr. Preißmann war als Autistin vertreten.
So sehr ich schätze, das zumindest eine Autistin in diesen Kreisen verkehren darf, frage ich mich doch, warum nur sie. Weil sie einer von ihnen ist? Weil sie sich eine Sparte (Autismus bei Frauen und Mädchen) ausgesucht hat, wo sie Dose und co nicht in die Quere kommt?
Vor allem frage ich mich, wie es denn nun um ihre Validität gestellt ist, denn sie war ja erst mit 27 bei der Diagnosestellung?

Insgesamt hatte diese Bundestagung doch einen sehr schalen Beigeschmack.

Hawkeye hat heute im Realitätsfilter dazu aufgefordert, öffentlich zu erklären, warum Autisten, warum ich für mich selbst sprechen kann und warum wir mehr Autismus sind als Autismus Deutschland.

Das warum ist ganz leicht erklärt…

Warum kann eine Gehbehinderter besser erklären, wie es ist ein Gehinderter zu sein?

Autismus Deutschland erweckt bei mir immer mehr den Eindruck, das sie nicht wie anfangs immer propagiert dem autistischem Kind helfen wollen.
Wäre dem so, dann müssten sie sich mit Autisten befassen. Gerade mit denen, die Autismus erklären können.
Sie würden nicht Therapien wie ABA empfehlen, überhaupt Autismus als schwere Bürde und als Leiden ansehen, das wegtherapiert werden muss.
Sie würden Autisten Gehör verschaffen, wirkliche Inklusion vorantreiben, mit Autisten Konzepte erarbeiten, wie wir in einer nicht autistischen Welt besser zurechtkommen könnten, ohne uns nur an die NTs angleichen zu wollen.
Sie würden Vereine für Autisten und mit Autisten unterstützen.
Sie würden in uns vollwertige Menschen sehen, die sehr wohl was zu sagen haben…

vor allem aber, würden sie uns zuhören.

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