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Den gibt es nicht in meinen Augen, aber diesmal kann man fast behaupten, das wir nahe dran waren.
Zumindest was das Ergebnis betrifft.
Geplant war eigentlich, das wir Samstag einladen und Sonntag dann mit streichen und putzen beginnen. Vermutlich auch eine Nachtschicht einlegen müssen um Montag früh zur Übergabe der Wohnung fertig zu sein. Eigentlich.
Nun waren wir so schnell, das wir Samstag Abend im Grunde, bis auf ein paar Restarbeiten fertig waren.
An dieser Stelle möchte ich aber auch den Helfern von der Tagesklinik danken. Ihr ward echt eine tolle Truppe!

Ich hab ein wenig darüber nachgedacht woran es gelegen haben mag. Denn es ist nicht mein erster Umzug gewesen und im Grunde ist er rein von mir aus gesehen so verlaufen, wie er immer verläuft.
Gut vorbereitet hatte ich jeden Umzug, bis ins kleinste Detail. Also konnte es eben auch nicht daran liegen. Aber woran dann?
Normal ist es bei mir meist so, das ich nahezu perfekt planen kann und dennoch hapert es dann meist massiv an der Umsetzung. Gerade bei solchen Dingen, wo andere Menschen involviert sind, gibt es viel zu viele Variablen. Ich bin einfach nicht flexibel genug. Ein oder zwei Planänderungen kann ich meist noch verkraften, unter normalen Umständen.
Aber die vielen Leute, Anweisungen die anders umgesetzt werden, das ganze Drumherum ändert sich. Kaffee kochen ohne gewohnte Kaffeemaschine, ja sogar noch ohne vorhandene Küche, etc.
Alles ist anders und so kam es recht schnell wie es kommen musste und schon immer war. Ich stieg aus. Anfangs ging es ja noch, aber es dauerte nicht lange und ich lief planlos im Kreis oder nur hin und her. Eigentlich ist das packen und puzzeln beim Aufladen einer meiner Stärken. Aber selbst da verlor ich sozusagen irgendwann den „Kopf“.
Normalerweise endete jeder Umzug ab diesem Zeitpunkt in reinem Chaos. Der Plan bestand ja nur in meinem Kopf und die einzige, die Anweisungen geben kann, fällt aus. Das kann nur in einem Desaster enden.
„Man möchte sie unterstützen. Dazu müsste man wissen, was sie geplant haben. Aber dafür müsste man in ihren Kopf schauen können“ sagte mal meine Betreuerin und das passt recht gut. Ich teile mich in der Hinsicht einfach nicht mit. Das ist auch einer der Gründe, warum ich nicht teamfähig bin.
Ich werkle am liebsten für mich allein.

Dann ist da noch das Problem mit dem Mitteilen.
Während der Planungsphase wäre es ja noch möglich, aber irgendwie ist das sehr schwer zu erklären.
Ich komme gar nicht auf die Idee, andere über meinen Plan aufzuklären. Finde eher, das meine Pläne selbsterklärend sind. Keine Ahnung ob man das versteht.
Ich bin da immer der Annahme, dass alle doch den gleichen Plan haben wie ich oder zumindest ähnlich für sich Pläne erstellt haben müssten. So ein Umzug sollte doch immer so ablaufen. Logisch gesehen geht es nur so. Es will einfach nicht in meinen Kopf, wie man sich gänzlich nur auf die Planung eines anderen verlassen kann.
Trotz, dass ich es nun etliche Umzüge miterlebt habe, und mit eigenen Augen gesehen habe, das viele so offen und planlos an solche Dinge herangehen, schaffe ich diesen Sprung zu „sollte ich vielleicht doch mal mitteilen“ nicht.
Wie gesagt, ich komme gar nicht erst auf diesen Gedanken.

Die einzige Möglichkeit wäre, mich in der Planungsphase zu fragen und auch da dürfte es eventuell schwierig sein, meinen Gedankengängen zu folgen. Die meisten steigen schon entnervt nach den ersten Details aus. Ist aber in meinen Augen sehr wichtig, da ja sonst die Voraussetzung für den darauffolgenden Schritt fehlt.
Aber dazu kommt es meist gar nicht, denn sie fragen nicht. Erst wenn der Plan schon am laufen ist. Scheinbar denken die meisten, das dies dann reicht. Aber ist der Plan erstmal angelaufen, teile ich mich gar nicht mehr mit. Dann arbeite ich stur meinen Plan ab, bin derart im Ablauf drin und darauf fokussiert, das jeder Versuch der „Einmischung“ mit einem gereizten „bellen“ meinerseits beantwortet wird.
Ein dazwischen kommen ist da kaum bis gar nicht mehr möglich, schon allein daher, das ich es nicht schaffe so schnell umzuswitchen.
Vielleicht kann man es besser mit der Perlenkette erklären, die ich gerne als Erklärung ab und an hernehme. So ist jeder Schritt eine Perle, die ihren festen Platz in der Kette hat. Nur so ergibt es einen Sinn. Dann kommt jemand und will eine Kugel aus dieser Kette herausnehmen. Dann stimmt die ganze Reihenfolge nicht und für mich ist der Sprung zur nächsten Kugel ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich bliebe dann sozusagen hängen und daher „wehre“ ich mich auch innerlich dagegen, mir diese Kugel abnehmen zu lassen.

Außerdem, selbst wenn sie fragen würden, fällt es mir an vielen Stellen sehr schwer, meine Gedankengänge zu verbalisieren.
Wie soll ich auch einen Plan in all seinen Details ausbreiten. All die Gedankengänge, die Bilder, die ich dazu habe.
Wie soll ich die Bilder beschreiben, die Pläne. Sie sind alle wichtig, denn sie greifen ineinander. Es reicht nicht, nur die Eckpfeiler zu wissen und dann mal sehen was der Tag so bringt. Ich weiß das dies andere können. Sich flexibel auf Situationen einstellen. Ich kann es nicht und daher plane ich wohl auch so genau.

Nun, was war denn dann diesmal so anders?
Ich habe da so meine Theorie. Zum einen, war eben die Vorbereitung sehr gut. Dann war ein Freund da, der mich sehr gut kennt und ähnlich denkt wie ich. Wir verstehen uns in vielerlei Hinsicht blind. Bei ihm reichte es tatsächlich, das er ungefähr die Eckpfeiler wusste und was das Ziel war. Ich musste auch nicht alles erklären oder Worte dafür finden. Da er ähnlich denkt, waren für ihn meine Gedankenschritte leicht nachvollziehbar und unsere Planung sehr ähnlich, die jeder von uns schon im Vorfeld gemacht hatte.

Dazu gab mir seine Anwesenheit Sicherheit. Die Sicherheit, das sollte was schief gehen, er übernehmen würde und auch könnte.
Und das war auch nötig, denn es dauerte nicht lange und ich war Handlungsunfähig.
„Wie, sie geben das Zepter aus der Hand“ fragte meine Betreuerin belustigt.
Ich glaube nicht, dass sie in dem Moment überhaupt verstanden hatte, was da vor sich ging. Der Freund allerdings übernahm an dieser Stelle einfach nahtlos „das Zepter“ und führte den Plan zu Ende.
Er kann zudem weitaus flexibler reagieren als ich. Das ist einer seiner Stärken und so ergänzten wir uns recht gut. Denn was bringt der beste Plan, wenn man ihn nicht umsetzen kann. Wenn der Kopf so voll ist, mit all den Dingen, das man sich anfängt zu drehen und den Überblick verliert. Wenn sich zu vieles ändert oder anders verläuft. In dieser Situation fehlt dann auch die Zeit sich neu zu ordnen und auf eine Situation neu einzustellen.
Auch dir, lieber Freund, mag ich dafür danken!

Nun harren wir der Dinge, die da noch kommen.
Mein ganzes Leben ist in einem LKW verstaut. Morgen früh geht es los und ich verlasse dieses Bundesland. Nachmittags müssen wir ausladen.
Ob es dann genauso gut verläuft?
Zu wünschen wäre es.

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