Schlagwörter

, , , , , , , ,

„Meine ganze Klasse sind meine Freunde…“ “ Ich habe ganz viele Freunde…“ sagt mein mittlerer immer und ich lasse ihn. Ich weiß, das es nicht stimmt und auch in der Diagnostik ist sein „Kartenhaus“ sehr schnell in sich zusammengefallen.
Normalerweise ist das auch nicht schlimm, er kam zurecht und war zufrieden.
Freund ist jeder, der in sein Weltbild von Freundschaft passt. Ob es nun tatsächlich so wäre oder nicht. Gespielt wird nicht mit ihnen und es reicht meist schon, das derjenige „nett“ ist.
Wer ungerecht ist (egal zu wem), wird aussortiert. Dann ist er kein Freund mehr.
Fragt man seine Lehrer, so hat er keine Freunde und ist auch nicht in der Klasse integriert. Mittlerer scheint auch gar kein Interesse daran zu haben, Freundschaften aufzubauen und er scheint damit mit sich im Reinen.
Warum auch. Er hat ja Freunde, eine ganze Klasse voll.

Als dies die Lehrer mitbekamen, betrachteten sie dies mit Sorge und bislang verstand ich nicht, warum es problematisch sein soll, das mein Sohn keine Freunde hat aber denkt, er hätte welche.
Immerhin war bislang für ihn sein Leben in Ordnung wie es war und „Freundschaft“ ein sehr weitläufiger Begriff.
Im Gegenteil, ich dachte sogar, das er dazu die weit gesündere Einstellung hat. Immerhin verzehrt er sich nicht danach, wie ich oder mein Großer. Für ihn war es immer so ok wie es war.
Anfangs waren da auch noch die Eltern hinter. Wenn eine Einladung verschickt wurde, das sorgten sie dafür, das ihr Kind da war, insofern nicht größeres dazwischen kam. Im Gegenzug flattere meist irgendwann die Gegeneinladung herein.
Das heisst, eigentlich schon lange nicht mehr. Hätte mich das stutzig machen sollen?

Jetzt heisst es plötzlich, da will ich nicht hin. Ich hab doch gar nichts mit dem zu tun oder den mag ich nicht. Ich gehe lieber ins Freibad oder zu meinen Freunden.
Kann ich deren Haltung verurteilen? Sicher nicht. Oder die Eltern, die nicht mehr danach schauen. Nein, ich denke, jedes Kind sollte ab einem gewissen Alter auch mitentscheiden dürfen und diese Zeit scheint nun gekommen.

Ich habe nun auch die Sorge der Lehrer verstanden.
Wenn man keine Freunde einladen kann, dann ist das schon enttäuschend genug.
Wenn man allerdings vermeintliche einlädt, und die kommen einfach nicht, noch dazu ohne sich abzumelden, dann ist das eine Erfahrung die man keinem wünschen möchte.
Sohn trägt es zunächst scheinbar mit Fassung „Ich habe einfach diesmal die falschen ausgewählt“…“beim nächsten mal wähle ich klüger“

Ach mein Schatz!

In der Spielhalle, in der wir zunächst allein Geburtstag feierten, kamen dann doch noch Gäste. Welche für das Geburtstagskind neben uns. Mit Geschenken und guter Laune, Torte und kreischenden Kindern (ok, mag ich nicht, aber hätte ich ihm gewünscht).
Ab und an ein verstohlener Blick nach drüben „Mama, wo sind meine anderen Geschenke?“ „aber, der hat doch gesagt, er wollte mir 4 Geschenke …“
Ich verstehe langsam, nach welchen Kriterien er seine Gäste „ausgewählt“ hat.

Erst auf der Heimfahrt scheint es klick gemacht zu haben und er sitzt ganz verdattert im Auto und berichtet „es war gar keiner da!“

„Ich weiß mein Schatz“, was hätte ich auch anderes sagen sollen…außer vielleicht noch trotz allem

„HAPPY BIRTHDAY“

PS: heute Abend rief einer aus der Familie an (der einzige) um zu gratulieren. Auf die Frage wie sein Geburtstag den war, kam nur als Antwort: „Es war superlustig, wir sind ganz viel herumgeturnt und es gab sogar Eis“
Na dann!

Da ist es wieder, das Hirngespinst, die Phantasiewelt und sein Lügenkonstrukt.

Man sagt, das Lügenkonstrukte immer irgendwann ein Ende haben und die Wahrheit einen einholt. Das Phantasiewelten, so schön sie auch sind, irgendwann der Realitiät weichen und ein Hirngespinst aufdeckt, das nie so war, wie man es sich zurechtgelegt hat.
Außer, man ist unbelehrbar, wie mein Mittlerer. Oder einfach nur herrlich naiv.

Advertisements