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„Was ist passiert?“

Sofort schießen Bilder hoch wie ich morgens versuche in meinem Ablauf zu kommen. So hatte es gestern Morgen schon begonnen. Ich schaffe es nicht hinein und weiß zu diesem Zeitpunkt nichtmal warum.

„Was ist passiert?“

Ich versuchte meine Gedanken in die richtige Bahn zu lenken.
Es ist so vieles, dass in meinem Kopf rumgeht. So vieles, das ich (noch) nicht verstehe und einordnen muss. Ich bin noch nicht soweit.

Ich musste gestern, genau wie am Tag zuvor, viel telefonieren. Einfach weil für andere Kommunikationsmittel die Zeit fehlte. Dinge, die dringend geklärt werden mussten und ich nicht warten konnte, bis mal meine Emails beantwortet werden. Ich arbeite nicht gern unter Zeitdruck.

Vieles muss ich einordnen.
Beispielsweise entscheidet da ein Vorgesetzter, wie in einem Sachverhalt verfahren werden soll nach für mich völlig unklaren Maßstäben.
Es scheint fast nach Sympathie zu gehen. Eine Logik kann ich selbst nach einem Tag Überlegung nicht entdecken.
Ich verstehe die Willkür dahinter nicht.
Warum wird bei einem mit Wohlwollen reagiert und beim anderen in voller Härte zugeschlagen (sinnbildlich).
Ich bin das ausführende Organ in diesem Falle und ich habe da so meine Probleme damit. Ich verstehe die Maßstäbe nicht und empfinde es als ungerecht.
Die Frage nach dem „Warum“ beschäftigt mich.

„Wo ist denn der Termin?“

Wieder eine Frage und ich wurde dabei aus meinen Gedanken gerissen.
Er ist tatsächlich am ursprünglich ausgemachten Ort. Muss ich mir dabei doof vorkommen?

Bin ich die Einzige, die eine Bestätigung des Ortes wünscht? Warum bin ich das?

Der Termin steht eigentlich schon seit letztem Jahr fest. Seit dem Herbst, um genauer zu sein.
Seither hatte sich viel getan.
Es hatte ein Zwischengespräch stattgefunden und die Zuständigkeit hatte sich geändert. Dadurch entstand eine allgemeine Verwirrung darüber, ob der Termin stattfindet.
Also nicht nur bei mir. Aber nicht bei der Frage „Wo“.
Per Email wurde vor ein paar Wochen angefragt und daraufhin der Termin bestätigt. Die Frage nach dem Ort beschäftigt mich seither. Sehr sogar. Denn das ist wichtig für meine Planung.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen sämtliche Varianten durchgespielt.
Schließlich hatte bislang jedes Gespräch in einer anderen Umgebung stattgefunden. Nur eben das erste im Autistenzentrum und damals legten wir fest, dass im Februar 2014 das nächste stattfinden sollte, am selben Ort.
Dann gab es wegen aktueller Begebenheiten ein Zwischengespräch, das im Büro der Sachbearbeiterin stattfand und zur Ergebnisverkündung sollte ein Hausbesuch gemacht werden, dass wegen dem Umzug so aber nicht durchgeführt werden konnte. Daher wichen wir auf eine Außenstelle aus.
Hätte ja durchaus sein können, das die „Neue“ das nachholen möchte oder eben so wie letztes Mal in der Außenstelle, in ihrem Büro oder das Hilfsplangespräch im Autistenzentrum durchführen möchte.
Ich frage mich, warum ich die Einzige bin, die eine Bestätigung des Ortes brauchte. Ob der Termin überhaupt stattfindet, war ja von allgemeinem Interesse, aber nicht der Ort. Warum?
Er hätte sich doch genauso nach dem Zuständigkeitswechsel ändern können.
Hatte diese Möglichkeit keiner bedacht?

Der Termin ist heute und erst gestern fasste ich den Entschluss, einfach zu fragen. Ich habe sehr lange für die Entscheidungsfindung gebraucht und konnte dadurch am Sonntag nicht wie üblich meine Woche richtig planen. Es fehlten einfach wichtige Details.
Das und vielleicht die Tatsache, nach der ich letzte Woche wegen Krankheit mit der Arbeit in Rückstand geriet, führte dazu, das ich einfach nicht in meine Woche reinkam.
Ich musste entgegen meiner Gewohnheit montags und dienstags arbeiten, um den Rückstand aufzuholen. Um es überhaupt schaffen zu können, musste ich selbst meine Morgenroutinen kippen.
Vielleicht noch die Sorge dazu, das gestern Eingabeschluss war und die Frage, ob ich das rechtzeitig schaffe und ja, ich habe es hinbekommen. Auf dem letzten Drücker, aber immerhin.

Die Tage sind anstrengend geworden. Ich bekomme meine Zeitabläufe nicht hin. Es dauert zu lange, weil ich jetzt jeden Schritt einzeln überlegen muss. Ich versuche mich da wieder reinzufinden, will mir aber nicht ganz gelingen. Ich hänge immer eine kleine Weile hinterher.
Wie mich solche Dinge aus der Bahn werfen können, hatte ich ja im letzten Beitrag geschrieben und dort auch erklärt, wie unsicher mich das macht.

Ich bin furchtbar angespannt. Mir ist dauerübel. Mein Magen macht mir Probleme und mir tut mein Rücken fruchtbar weh. Selbst mein Kirschkernkissen (ja, das wollte ich noch erzählen, das ich inzwischen eins habe) nebst Salbe helfen nicht wirklich.
Ich kann kaum schlafen deswegen.
Aber wie soll es auch helfen.
Eigentlich ist mein Rücken derart verspannt seit dem Zahnarztbesuch und seither hatte ich kaum Zeit mich zu erholen oder mir eine Auszeit zu nehmen. Ständig war irgendwas oder kam noch hinzu.
Es ist so viel zu tun, so viel zu bedenken.
Immer noch muss ich das Rezept holen und noch immer frage ich mich, wann ich das machen soll. Vielleicht heute?
Diese Woche ist eh nicht mehr zu retten. Vielleicht nicht das Dümmste, wenn nur das Gespräch heute Nachmittag nicht so wichtig wäre. Apropos Gespräch. Ich überlege immer noch, wann die Jungs denn heute ihre Hausaufgaben machen sollen.
Nun, ich überlege weiter, sollte mir aber nicht mehr allzu viel Zeit damit lassen.

All das kreist in meinem Kopf rum und ja, ich schiebe (du hast recht). Selbst gestern konnte ich nicht ganz abschalten. Habe mich gewehrt, weil ich sonst gar nicht mehr ansprechbar gewesen wäre und zumindest das Abendritual wollte ich noch durchführen können.

Stumm…

Gestern war einer der wenigen Momente in denen ich reden „wollte“ und es nicht konnte.
Ich blieb stumm und das tut mir leid.

Ob man meine „Verzweiflung“ darüber gesehen hatte? Das frage ich mich.

Ich möchte nicht, das man sich Sorgen um mich macht. Dafür muss ich aber antworten.
Ich weiß, das wird nicht erwartet, nicht wirklich, aber stören tut es mich trotzdem.
Gestern zumindest war es zuviel und zu durcheinander. Ich musste erst ordnen und schreiben hilft mir dabei.

„Was ist passiert?“
„Wo ist denn der Termin?“

Beides nachvollziehbare Fragen, die zu diesem Zeitpunkt eine Batterie an Gedanken, Bildern und Fetzen in Gang setzten.
Ich blieb stumm und das sind die Momente, wo ich sauer auf meine eigene Unfähigkeit bin.

Die Unfähigkeit DAS ALLES in Worte zu fassen.

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