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Auf dem Boden vor mir liegt der Tabak überall auf dem Teppich verteilt.
Ich bin beim saugen gegen das Tablett gestoßen. Mir ist gerade danach, das Tablett gegen den Schrank zu schmeissen. Ich lasse es bleiben. Mir ist nach schreien, aber ich will die Kinder nicht verschrecken. Sie werden gleich vom Papa abgeholt.

Warum kann nicht alles so sein wie ich es brauche. Ich drehe und wende mich im Kreis und weiß nicht wo hinten und vorne ist. Ich habe das Gefühl, als würde ich innerlich torkeln.
Ständig stoße ich mich an. Ich habe inzwischen in den letzten Tagen mehr blaue Flecken abbekommen, als in den paar letzten Jahren zuvor.

Hier ist alles anders.

Ich versuche meine alten Routinen zu übertragen, aber das kann gar nicht funktionieren.
Das merkt dann auch mein linkes Bein.
Denn links rum geht es nicht mehr. Da steht das Bett im Weg.
„Grummel“

Selbst in der Küche, wo doch das Küche putzen immer meine stärkste Routine war.
Ja, wo fange ich da nun an? Bei der Kaffeemaschine, so wie sonst? Dann links die Arbeitsplatten, Spüle …Stop…schon bei der Arbeitsplatte hört es auf.
Da steht jetzt ein Schrank und wenn das noch nicht genug ist, dahinter ist die Wand.
Denn links rum geht es nicht mehr.

Sogar das Kochen meide ich wo ich kann. Es ist anstrengend geworden.
Ich greife nach links in den Schrank um das Salz herauszuholen, um dann eine Tasse in der Hand zu halten. *seufz*
Hört das auch mal auf?

So eingespielt meine Routinen auch waren. So unauffällig durch viele Variationen von Plänen, die mich flexibler machten. Nun habe ich noch nichtmal mehr einen Plan A.

Man hat meine Routinen auf den ersten Blick nicht mehr umbedingt als solche erfasst. Das einzige, was wirklich jeder schnell begriffen hatte war: „raushalten“. Sonst könnte ich ungemütlich werden.
Nur wenn man mich über Tage genau beobachtet hat. Dann merkte man, das es immer dieselben Handgriffe waren. Dieselben Muster. Aber wer schaut schon so genau hin.

Ich habe sie noch nicht vergessen. Meine Routinen. Meine Handgriffe. Ich setzte sie immer noch automatisch an, und übersehe dabei Wände, Schränke oder einfach die Tatsache, das Salz inzwischen rechts von mir steht. Jetzt hatte ich tatsächlich erstmal links geschrieben. Nein, das Salz steht jetzt wirklich rechts im Schrank.

Die alten Routinen, sie greifen nicht mehr.

Die Tage sind anstrengend geworden. So anstrengend, das nicht sehr viel Kraft für anderes bleibt.
Ich mache derzeit nur Blitzeinkäufe. Kaufe nur das nötigste, ganz nach dem Motto, ganz schnell rein und vor allem ganz schnell wieder raus.

Ich bin froh, das ich derzeit keine Termine habe, andererseits fehlen mir da wieder die vorgegebenen Zeiten an denen ich mich sonst entlang hangele. Ich habe so Schwierigkeiten überhaupt in den Tag zu kommen.
Ne, Denkfehler. Die alten Zeiten stimmen ja auch nicht mehr.

Irgendwie hatte ich gehofft, ich bekomme das alles schneller hin, aber es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, denke ich.

Derweil habe ich den Boden voll gesaugt und die Kisten in den Keller geschafft.
Ich habe jetzt Kopfschmerzen, aber das wird schon.

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