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Einige haben schon einen Jahresrückblick geschrieben, andere darüber, welche Bedeutung Weihnachten oder die vorweihnachtliche Zeit für sie hat.

Ich will ein paar Dinge ansprechen, die dieses Jahr für mich zum Jahr 2013 gemacht haben. So gibt es immer Dinge, die man unwiederbringlich mit einem Jahr verknüpft. So vergisst man nach Jahren vieles aus diesem Jahr, aber diese Dinge nicht. Seltsamerweise sind es oft die negativen Dinge, die einem im Gedächtnis bleiben.

Aber nicht nur.

So habe ich dieses Jahr an den ersten Bloggerthementagen teilgenommen und anlässlich dieses Ereignisses diesen Blog eröffnet. Seither ist vieles passiert. Ich bin sicherer geworden ob meinen Texten. Ich mache mir lange nicht mehr solche Gedanken darüber, wie meine Texte nun aufgefasst werden. Ich habe auch einiges gelernt, was das Schreiben angeht.
Mein Blog hat seither sehr viel an Bekanntheitsgrad gewonnen und ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen diesen Blog lesen. Die Besucherzahlen sprechen da für sich und die, die näher mit mir bekannt sind wissen, wie ich überwältigt und man kann sagen teilweise fassungslos die Zahlen verfolge. Dafür danke. Es tut irgendwo gut und bestätigt einen, spornt aber auch an, weiter zu machen.

Fast zeitgleich habe ich mich von meinem Mann getrennt. Es war eine aufreibende Zeit mit vielen Ängsten, was die Zukunft betrifft. Ausgezogen ist er dann erst ein paar Monate später. Eine schwere Zeit, in der mir beispielsweise meine Freunde aus dem Internet eine große Hilfe waren. Überhaupt ist das Internet für mich oft der einzige Kontakt nach draussen. Ich habe zwar auch real ein paar wenige Freunde, sehe sie aber nicht häufig und auch da beschränkt es sich auf WhatsApp-Nachrichten oder den ein oder anderen Anruf.
Aus manchen Online-Bekanntschaften sind inzwischen wahre Freundschaften geworden. Zumindest für mein Empfinden. Und andere Autisten, die ähnliche Kontaktschwierigkeiten haben wie ich, können das sicher nachvollziehen, wie ich das meine.

Zwischendurch war ich im August im Urlaub. Eine schöne Zeit mit vielen neuen Eindrücken. Auch wenn viel zu verarbeiten war. Ich freue mich auf ein vielleicht nächstes Mal.
Außerdem liefen da so langsam die Hilfsangebote an. Nachdem ich meine Zeit gebraucht hatte, um festzustellen, das um meinen derzeitigen Bedarf decken zu können, eine Offenlegung meiner Diagnose unabdingbar ist.
Inzwischen sind die Anträge gestellt und teilweise schon bewilligt. Leider kam die Antragsstellung ganz unglücklich mit dem Umzug zusammen, sodass nicht genügend Zeitkontigent da war, um mir angemessen helfen zu können (sie mussten da in Vorleistung gehen) und das eben neben dem Umzug viele Termine zu bewältigen waren.
Auch in dieser Zeit waren mir meine Onlinebekanntschaften und ein ganz besonderer Freund eine sehr große Hilfe.
Das Schreiben des Blogs wurde stellenweise zum Ventil für mich.

Wie die Leserschaft meines Blogs, wuchs auch immer mehr meine Freundschaftsliste in Facebook.
Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich das erste Mal mitbekam, das Sabine Kiefner einen meiner Blogs auf ihrer Seite teilte.
Nun könnt ihr euch vielleicht vorstellen, was in mir vorging, als sie mir eine Freundschaftsanfrage stellte.
Die Sabine Kiefner, mein Idol, sie stellt MIR eine Freundschaftsanfrage.
Ich weiß bis heute nicht, warum ich deshalb so aufgeregt war. Das, was ich weiß ist, das ich ihren Schreibstil mochte und ihre Art mit ihrem Autismus umzugehen.
Sie war damals der erste Blog, den ich in Bezug auf Asperger Autismus bei Frauen lass. Ich hatte viele AHA-Erlebnisse und sie gab meinem Ich viele Namen. Dinge, die ich wusste, aber bis dahin nicht benennen konnte.
Ich würde ihr so gerne dafür danken, aber ich kam nie dazu.
Ich dachte immer, ich hätte noch genügend Zeit, um meine Blockade ihr gegenüber zu überwinden. Es ist nicht so leicht, mit einem Idol in Kontakt zu treten.
Ein paar Mal hatten wir per PN Kontakt, und vielleicht hätte ich irgendwann den Mut aufgebracht sie auch persönlich anzusprechen und nicht nur, wenn es um eventuelle gemeinsame Projekte ging, wie z.B. die Protestaktion zum Weltautismustag und den dort entstandenen Offenen Brief.
Leider verstarb sie ein paar Monate später viel zu früh. Ich bedauere, sie nicht angesprochen zu haben und wünsche den Angehörigen und ihren Freunden an dieser Stelle viel Kraft.
Mit ein paar Freunden von ihr stehe ich auch in Kontakt. Ich weiß, wie schwer es für euch war. Vor allem die Zeit des Schweigens mit all ihren Vorwürfen.

Letztendlich, nach einer Zeit der Ungewissheit, wurde das Haus doch noch rechtzeitig verkauft und entgegen aller Befürchtungen meinerseits, fand ich sogar 2 Monate danach eine Wohnung. Das war gar nicht so einfach und die Zeitspanne dafür war sehr kurz bemessen.

In dieser Zeit und kurz nach dem Tot von Sabine Kiefner fanden die zweiten Bloggerthementage statt, und trotz Umzug und vieler Termine, war es mir wichtig daran teilzunehmen.
Es war mal wieder spannend und toll und ich freue mich da schon auf das nächste Mal.
Dennoch hat Sabine gefehlt. Immerhin war sie bei den ersten Bloggerthementagen mit im Organisationsteam und so war es eine schöne Geste von Aleksander, diese Sabine zu widmen und auch ihre Freunde zu Wort kommen zu lassen.

Trotz allem habe ich es geschafft und nun sitze ich hier in einer zugegeben noch nicht ganz fertigen Wohnung, aber so weit eingerichtet, das wir Weihnachten feiern können.
Mit den Veränderungen muss ich erst umgehen lernen. Da ist noch viel an Arbeit vor mir.
Sehr vieles ist liegen geblieben.
Noch ist alles sehr fremd und fühlt sich nicht wie meins an. Aber es wird, mit der Zeit.
Ich habe viele Entscheidungen getroffen, viele Dinge das erste Mal gemacht und kann rückblickend ein wenig stolz auf mich sein, auch wenn es ein sehr anstrengendes Jahr 2013 war.

In diesem Sinne allen ein schönes Weihnachten.

Weihnachten ist für mich eine Zeit der Besinnlichkeit. Eher im Sinne, sich auf das zu besinnen, was wichtig ist. Die Menschen, die man liebt, sich selbst.
Mit der Konsumwut und der gelebten Hektik da draussen hat das wenig zu tun und so meide ich die Tage den Kontakt nach draussen.

Falls man sich nicht mehr lesen sollte, dann haben wir Weihnachten gut überstanden 😀 und rutschen dann hoffentlich alle gemeinsam gut ins neue Jahr, auf das es besser werde (nettes Bild mit dem rutschen).

Bis die Tage. Fröhliche Weihnachten und einen Guten Rutsch!

Anmerkung:
Hier ist nur eine kleine Auswahl an Texten mit aufgeführt und nicht alle sind von mir. Wer genau wissen möchte wie mein Jahr war, kann gerne meinen Blog ganz lesen.

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