Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Ich kann derzeit sehr schwer mit Unklarheiten umgehen. Es passiert derzeit so viel. So vieles, das geplant werden muss und etliches ist nicht planbar. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.

Erst gestern ist etwas, das eigentlich schon fest eingeplant war, wieder nicht planbar geworden. Es hängt von Faktoren ab, die ich nicht beeinflussen kann.
Das wirft mich aktuell schwer aus der Bahn, denn nun prüfe ich wieder sämtliche Variationen, um auf eventuelle schnelle Planänderungen flexibel reagieren zu können.
Ich bin momentan fast soweit abzusagen, obwohl ich mich sehr darauf freue, nur um es planbar zu machen.

Dazu kommt, das ich über Silvester und in der ersten Januarwoche die Kinder nicht bei mir habe.
Ich bin definitiv ab dem 27ten allein in einer mir fremden Wohnung, fremden Gegend. Ohne Grund zu funktionieren, weil die Kinder nicht da sind. Mir macht das Sorgen.
Ich funktioniere, für meine Kinder. Aber ab dem 27ten ist das anders.
Ich drehe im Kreis und sehe den Ausgang nicht.
Ich habe dann die Angewohnheit mich zu vergraben, obwohl ich weiß, dass es nicht gut ist.
Alternative wäre, mir eine Aufgabe vorzunehmen. Mich, unter einem für mich guten Grund, unter Leute wagen zu müssen. Wenn die Kinder nicht da sind, kein leichtes Unterfangen.

Nun hänge ich aber sozusagen in der Luft (RW) und weiß nicht so recht was ich planen soll. Normalerweise würde ich mir jetzt mehrere Notfallpläne erstellen, aber eben das fällt mir derzeit sehr schwer.
Mein Kopf ist eh so voll. Zurzeit fühlt er sich an, als wäre vieles unter einem Art Schleier. Ich komme an die Gedanken nicht richtig ran, kann sie nur unter großer Anstrengung fassen aber nicht lange genug halten. Sie kreisen und ich versuche immer wieder, an sie ranzukommen.

Ich muss so vieles bedenken.

Dieses Wochenende hat der Umzug der Möbel stattgefunden und wir haben es insgesamt besser verkraftet als gedacht. Zumindest äußerlich.
Innerlich ist alles sehr anstrengend geworden.
Vieles, das ich sonst unter normalen Umständen hinbekommen würde, artet momentan in einem Kraftakt aus. Ich bin ständig furchtbar erschöpft.
Nächstes Wochenende findet dann der endgültige Umzug statt und momentan leben wir unter sehr spartanischen Umständen in einem nahezu leeren Haus.

Es ist alles anders.

Ich habe ein ständiges Gefühl nach Hause zu wollen. Ein Gefühl, das ich schon lange kenne und für mich einhergeht mit Sicherheit und Geborgenheit. Ich habe es sonst nur selten in dieser Intensität und Häufigkeit.
Meine Sicherheiten, Routinen und Abläufe sind alle durcheinander, bzw. gar nicht mehr vorhanden.
Gleichzeitig werde ich ständig mit Terminen überhäuft.
Alles sehr wichtige Termine, aber sie alle sind während dieser Phase sehr anstrengend, nur machbar mit vielen Notfallplänen.
Aber damit habe ich ja so meine Probleme derzeit.

Es ist ein Teufelskreislauf. Diese Termine sind dafür da, das ich Hilfen bekomme. Aber um die Hilfen zu bekommen, muss ich diese erst mal wahrnehmen.
Dazu nebenher immer wieder erklären, warum beispielsweise keine 2 wichtigen Termine an einem Tag gehen. Dazu stetige Planänderungen, von derselbigen Stelle.
Wie kann man nur so sprunghaft sein?
Selbst beim Planen und selbst dann, wenn schon Freunde für mich dort anrufen um die Rahmenbedingungen für mich klarzustellen. Selbst dann ändert sich daran nicht viel.
Nein, wenn ein Termin verschoben wurde, dann ist da ja noch Platz für einen neuen. Dann steht in einer Email, man habe mal einen solchen Termin mit einer anderen Klientin (keine Autistin) erlebt, die denselben nicht zu anstrengen empfand. Würde es denn dann auch für mich gehen?
Nein, das geht nicht. Aber das fällt mir derzeit schwer, es zu verbalisieren.
Ich funktioniere. Will es, nein muss es schaffen und reagiere auf fast alles stoisch mit „ja“ obwohl ich weiß, das es nicht geht. Das bereitet wiederum Freunden Kopfzerbrechen. Genauso wie die Tatsache, das ich derzeit sehr still geworden bin.

Dazu das schlechte Gewissen. Denn, um mir zu helfen, bürden sich Freunde sehr viel für mich auf. Nehmen sehr lange Wege im Kauf.
Selber eigentlich genug zu tun, planen sie nun für mich und auch ein Stück für mich mit.
Ich bin froh sie zu haben, aber es fällt mir schwer, um Hilfe zu bitten. Sie dann anzunehmen, selbst wenn sie mir angeboten wird, kostet Überwindung. Vor allem wenn ich dann auch noch weiß, dass es für die Person ebenfalls ein großer Aufwand ist.

Sogar die Hilfsangebote, z.B. für Telefonate, kreiseln. Gerade weil so viel Wichtiges liegen bleibt und meine Betreuung noch nicht so agieren kann, wie ich es derzeit brauche oder teilweise, zugegeben, gar nicht mehr dazwischen kommt.
Es bleibt so vieles liegen und doch ist das alles in meinem Kopf.
Es kreiselt und ich versuche so hoch zu hüpfen, wie ich kann.


Es klopft an der Tür. Wollte er nicht erst um 11 kommen?
Und wieder ist alles anders. Mir ist übel.

Ich zittere, seht ihr das nicht?

Nein, vermutlich nicht. Es ist ein inneres Zittern. Ein Zustand schwerster Unruhe. Man spannt den ganzen Körper an um es zu kompensieren, was sehr anstrengend ist. Ich hätte heute arbeiten müssen. Da die Person nun 1,5 Stunden zu früh da ist, geht das nun nicht mehr. Das wirft meine ganze Wochenplanung um.

Ich will nach Hause!

Advertisements