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„Mama, er blutet“ war der Ausklang aus unserem letzten Ferientag. Montags wäre wieder Schule gewesen. Aber nicht für meinen Mittleren.

Der Mittlere hatte mit der Tatsache Bekanntschaft gemacht, das man bei offenen Fenstern lieber nicht abrupt aufstehen sollte, vor allem nicht dann, wenn man darunter sitzt.
Die Blutung war zwar stark, konnte ich aber recht schnell stillen. Problematischer war das „Wo bin ich“ inklusive des Zusammenklappens und eben die Übelkeit.

So standen wir dann alle da in unseren Schlafanzügen und berichtetem dem Helfer vor Ort, Notarzt und den Rettungssanitätern was passiert war.
„Wir nehmen ihn dann mit ins Krankenhaus und sie begleiten uns dann gleich“
Alarmglocken. In muss doch noch packen. Ich kann nicht nachdenken. Ich brauche kurz Ruhe.

Zum Glück hatte die Nachbarin die Blaulichter gesehen und sich bereit erklärt die beiden anderen Kinder zu sich zu nehmen, bis sie vom Vater bei ihr abgeholt werden können. Die Alternative wäre gewesen, das ich die anderen beiden auch mitnehmen muss.
Im Zuge dessen erklärt sich mein mittlerer bereit allein im Krankenwagen mitzufahren, aber nur unter der Bedingung, das ich ganz schnell nachkomme.
Stille.

Nach außen mag ich ganz ruhig erschienen haben, aber innerlich war ich hochkonzentriert.
Was muss alles mit. Wie lange bleiben wir? Für wie viele Tage muss ich packen. Ich entscheide mich für drei und mache mich daran, die Tasche zu suchen, nur um dabei festzustellen das der Trolli nicht mehr da ist :O uff.
Zwischendurch noch Bescheid geben nicht vergessen. Viel raus kam da allerdings nicht mehr. Nur ein, „Mittlerer muss ins Krankenhaus, muss packen, Gehirnerschütterung, Telefon oder später“.

Mein Kopf rast und ich versuche an alles zu denken. Waschzeug, Handtücher, Zahnbürsten, elektronische Geräte inklusive Ladekabel. Ich muss mich konzentrieren und schlage gegen die Wand, das hilft. Geld, Äpfel für den Mittleren (besonders wichtig, da ich weiß, das man das selten in Krankenhäusern bekommt und wenn dann nur zu überteuerten Preisen und Mittlerer ausrasten könnte, wenn er seinen Apfel nicht bekommt), Schlafzeug, Kleidung etc.
Im Hinterkopf die ganze Zeit das Versprechen gegenwärtig, das ich so schnell als möglich nachkomme und die Angst, die Ärzte könnten oder würden sich nicht an das Versprechen halten, mit der Behandlung zu warten bis ich da bin, eilte ich zum Auto und zwar in Hausschuhen.
Ergo, den Schlüssel von der Nachbarin holen, Schuhe anziehen und Schlüssel wieder zurück.

Anstrengend, aber geschafft. Die Autofahrt war abenteuerlich und ich kann im Grunde froh sein, das ich die Strecke im Schlaf kenne.Ich musste mich schon sehr anstrengen, das ich heil im Krankenhaus ankam.

Dem Krankenhaus muss ich an der Stelle wirklich ein Lob aussprechen. Sie haben sich sehr um ihn bemüht und wirklich gewartet bis ich da war.
Sogar als es um die Spritze ging, ließen sie mir und ihm die Zeit uns darauf vorzubereiten. Er wollte ja umbedingt ein Bärenpflaster (er mag ja Bären) und ich dachte schon das es jetzt eskaliert, da es nur Elefantenpflaster gab. Wirklich süß war das Angebot des Arztes kurzer Hand einen Bären auf ein Pflaster zu malen. Mein mittlerer hatte kurz die Sorge, das der Arzt das nicht so gut hinbekommen würde wie er es malen würde, aber doch, war gelungen. Selbst für den Einwand seitens meines Sohnes „das ist ja kein brauner Bär“ war spontan eine Lösung gefunden „klar, das ist ja auch ein Eisbär“ meinte der Arzt.

Was den restlichen Aufenthalt im Krankenhaus angeht. Es ist laut, es ist nicht mein Bett und an Schlaf ist eh kaum zu denken und keiner hält sich an irgendwelche Absprachen. Mit der Aussage, der Arzt kommt irgendwann am Vormittag, kann ich nicht viel anfangen.
Aber das kenne ich ja von Krankenhäusern schon.
Mittlerweile ist es Abend und ich weiß immer noch nicht, ob wir heute Abend heim dürfen.

Ich habe mittlerweile Dauerkopfschmerzen und mein Magen spielt verrückt. Aber ich halte durch und hoffe inständig, bald nach Hause zu können.

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