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Sabine schreibt mir hier stellenweise aus meiner Seele. Ich kenne das gut, wie es sich anfühlt, wenn die Schweißtropfen den Körper herunter rinnen. Ich binde an sehr heißen Tagen meine Haare dann immer hoch, benutze oft ein Tuch, damit auch ja kein Haar die Haut berührt. Normalerweise mache ich das nicht so gerne, da Bänder oder Tücher zusätzlich Druck ausüben, aber die Haare auf der Haut sind noch schlimmer und dann wähle ich das kleinere Übel.

Ich vermeide momentan das draußen. Wo es nur geht. Oft erst abends oder nachts setzte ich mich raus.
Bei mir ist es nicht so schlimm wie bei Sabine, aber das liegt vermutlich daran, das ich schlafen kann. Mein Bett steht im Keller und da ist es kühl. Auch meine Jungs sind derzeit sehr gereizt.
Ich halte mich gerade an sehr heißen Tagen viel im Keller auf. Mir waren schon die Tage zu viel, als ich draußen bei den Kindern im Garten sein musste, weil diese ja nicht ohne Aufsicht bleiben können. Wobei die Jungs eher drin waren. Nur die kleen war gern draußen.
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es jetzt in einer Dachwohnung wäre.

Meist hatte ich das Glück, das ich recht gut durch den Sommer kam. Aber ich hatte auch Momente, wo es schlimmer war. Z.B im Urlaub, wo es keine Klimatisierung gab oder einen Keller, in den ich mich verkriechen konnte.
Da war an Schlaf nicht zu denken. Dazu die Hitze. Wobei es auch immer auf den Feuchtigkeitsgrad ankommt. Gerade im Ausland habe ich, obwohl es wesentlich heißer war, kaum geschwitzt und die Hitze nahm mir auch nicht den Atem. Zumindest nicht jeder Tag. Hierzulande schon.

Obwohl ich besserer Bedingungen habe als Sabine, bin ich dauergereizt. Meine Reiztoleranzschwelle ist extrem niedrig. Stehe ständig am Rande eines Overloads oder mitten drin.
Gestern wurde ich von einer Freundin abends zu einem Sommerfest eingeladen. Ich mag sie, aber sie kann es nicht lassen, mich zu berühren. Selbst wenn ich sichtbar wegzucke kommt ihrerseits ein Sorry, berührt mich dabei aber wieder. Zur Beruhigung? Vermute ich mal. Dann zucke ich wieder und wieder kommt ein Sorry. Gestern war das zuviel und ich brauche heute den Tag Ruhe, um mich zu erholen. Dabei wollte ich heute einiges erledigen.
Sie weiß, dass ich Berührungen nicht mag. Es gibt Tage, da kann ich es besser ertragen und Tage wie zurzeit, wo es für mich sehr schwer ist. Gerade das, denke ich, ist schwer für manche zu verstehen. Warum ging es gestern und heute nicht. Nicht immer kann ich eine Erklärung dafür liefern. Aber momentan schon. Es ist diese Hitze, das Schwitzen, die Schmerzen, das Kitzeln und Kribbeln als wäre die Haut aufgeregt. Selbst Kleidung tut weh. Das Haar. Das Licht.
Blöd dabei ist, wenn selbst die Sonnenbrille, die mir eigentlich helfen soll, zur Qual wird. Die rutschte aufgrund des Schwitzens ständig die Nase herunter. Das macht mich wahnsinnig und da bleibt mir dann nichts anderes übrig, als sie wegzulassen. Solange ich das Haus nicht verlassen muss, geht das auch. Aber wehe wenn doch. Dann reichen teilweise 10 Minuten in der Sonne und das Licht tut sein übriges neben der taktilen Reizüberflutung.
Ich bin ein Mensch, der ungeheuer gerne Musik hört. Auch das geht seit Tagen nicht, weil es zu laut ist. Derzeit bin ich allein im Haus und ich bin teilweise froh ob der Stille, die hier herrscht. Aber jeder Gang nach draußen ist eine Qual. Will wohl überlegt sein, ob es unbedingt notwendig ist.
Genauso verhält es sich mit dem Kaffee trinken. Ich trinke normalerweise ausgesprochen gerne Kaffe. Momentan nur noch morgens oder sehr spät abends. Ansonsten ist es viel zu heiss um Kaffee zu trinken.

Momentan kann eine Kleinigkeit das sogenannte Fass zum überlaufen bringen (RW). Ich bin zurzeit alleine und muss zum Glück nicht darauf achten, wie es meine Kinder aufnehmen, wenn ihre Sicherheit auch wegbricht. Auch wenn sie das Gefühl an sich kennen und sicher auch nachvollziehen können.

Heute ist es zum Glück ein wenig abgekühlt. Ich habe nächste Woche einiges da draußen zu erledigen und ich hoffe das bleibt so. Gerade wenn ich da raus MUSS könnte ich eine erneute Hitzewelle nicht brauchen. Ich bin dann schon mit den übrigen Reizen genug beschäftigt.

Dir, liebe Sabine, wünsche ich ein paar erträgliche Tage und ein wenig Erholung.

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