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Die letzten Tage ist viel bei mir los gewesen. Einiges hat sich schon geändert und ich versuche mein bestes dem Herr zu werden. Ganz glückt es mir nicht.
So war der erste Einkauf schon problematisch.
Nicht nur, dass ich wahnsinnig nervös war, immerhin war ich schon lange nicht mehr. So stand fast alles woanders, als ich es gewohnt war und zusätzlich sind manche Marken ausgewechselt worden oder ersatzlos verschwunden.
Sehr verwirrt war ich um den Umstand, das ich nirgends die rote Schorle finden konnte, die meine Kinder doch immer so mochten.
Aber zumindest hatte ich mit diesem Umstand und dem Durcheinander beim ersten Einkauf gerechnet.
Weniger damit, das die Kühlregale vollkommen mit schwarzen Vorhängen verhüllt sein würden.

Ich lief in Panik vor den Regalen hin und her. Ich brauch doch die Wurst und den Käse. Zum Metzger traue ich mich (noch) nicht. Dazu muss ich die Person ansprechen und durch den Umstand, dass wir lactoseintolerant sind, müsste ich auch einiges fragen. Es wäre was anderes, wenn ich genau wüsste, was ich brauche, vorausgesetzt es ist da und ich müsse nicht umentscheiden. Die Person anzusprechen wäre mir aber derzeit nicht möglich.
Also versuche ich weiter darüber zu entscheiden, wie ich nun mit den verhangenen Kühlregalen umgehen soll.
Ich kam auch nicht auf die Idee nachzufragen, was denn nun mit denen sei. Ich lief weiter hin und her und versuchte einen Blick hinter die Vorhänge zu erhaschen. Die Waren sind da und ich ertappe mich bei den Gedanken, mir schnell das rauszunehmen, was ich brauche. Da höre ich wie jemand fragt, warum die Kühlregale abgehängt sind und eine der Angestellten beantwortet dies, indem sie erklärt, das die Kühltheke kaputt sei und sie daher nichts davon verkaufen dürften.

Ui.

Jetzt war es vorbei. Unter immensen Anstrengungen diesen Punkt auf der Liste übersprungen und noch die restlichen Sachen eingepackt. Zum Glück war das nicht mehr viel und es stand noch alles so wie früher.

Dann die nächste Aufregung. An der Kasse bin ich völlig aufgelöst, weil ich das erste Mal mit Karte zahlen soll. Immer wieder sage ich mir im Kopf die PIN vor. Ich habe irgendwie furchtbar Angst was falsch zu machen. Dabei vergesse ich völlig die Waren auf das Band zu tun. Werde aber eher weniger freundlich darauf hingewiesen.
Nachdem alles wieder im Wagen verstaut war, ging es der Kassiererin vermutlich auch zu langsam, wie ich ratlos vor dem Gerät stand und versuchte herauszufinden, wie rum man nun diese Plastikkarte da reinsteckt. Sie übernahm das mal kurz für mich.
Ich tippte die PIN ein, die bis dahin wie ein Endlosband in meinem Kopf geisterte und dann raus da.

Pause.

Ich setzte mich, nachdem alles verstaut und der Einkaufswagen wieder an seinem Platz war, ins Auto und starrte erstmal vor mich hin.
Ich muss jetzt umplanen. Ohne Wurst und Käse kann ich nicht nach Hause.

Mein Glück.

Ich hatte an diesem Tag eh noch einen zweiten Laden auf dem Plan. Der ist zwar etwas teurer, aber ganz umdisponieren schaffe ich heute sicher nicht mehr. Nach etwa einer halben Stunde fahre ich weiter und erledige den restlichen Einkauf, der zum Glück ohne weitere Katastrophen auskam.

Daheim angekommen war ich erst mal sehr stolz den ersten Einkauf, trotz Panne, geschafft zu haben.
Nur darf jetzt nichts mehr passieren und genau das ist geschehen.
Ganz im Plan fing ich nach dem Einkauf das Kochen für die Kinder an. Die beiden kleenen sind um 2 Uhr zu Hause und bis dahin muss das Essen fertig sein. Außerdem ist das Zeitfenster sehr eng, da wir um spätestens Viertel vor 3 wieder im Auto sitzen sollten, weil die Ergotherapie vom Mittleren anstand.
Und genau der war 10 nach 2 immer noch nicht da. Schon 10 Minuten über der Zeit. Gut, das ist ein Puffer, den ich einrechne. Meistens sind sie pünktlich, aber manchmal eben doch nicht.
Um 10 nach 2 bekam ich dann auch einen Anruf, das der Bus, den mein Sohn befördert im Verkehrschaos steckt und von dem her später kommt. Ich war zu sehr durch den Wind um noch zu fragen, um wie viel Minuten es sich um die Verspätung handeln würde.

Um halb drei fing ich an in Panik zu geraten. Das Essen kann ich so vergessen. Erstens war es inzwischen kalt geworden und zweitens blieb uns gar nicht die Zeit, dass mein Sohn noch essen kann, wenn wir den Termin noch schaffen wollten. Mit sichtlich wachsender Unruhe wartete ich auf die Ankunft des Busses.
5 Minuten danach fragte mich ein Freund, ob mein Sohn schon da sei und wann ich los müsse. „In 10 Minuten“, sagte ich „und nein, er ist noch nicht da“
Er schrieb mir noch den Hinweiß, dass ich doch den Ergotermin absagen soll. Aber mir war nicht mehr möglich darauf zu reagieren „Es ist noch Zeit“, schrieb ich. Die allerdings wurde knapp und 1 Minute vor Abfahrt stand endlich der Bus da.

Ich hatte meinem mittleren noch ein belegtes Brot gemacht und eine Banane bereitgelegt und drückte ihm diese in die Hand, als dieser an der Tür vollends aufgelöst am Brüllen war, weil er doch Hunger hat und erst mal essen muss.
„Ess im Auto“, baffte ich. Zu mehr war ich nicht fähig und bugsierte ihn und seine Schwester unter Gebrüll ins Auto.
Im Grunde hatte der Freund recht. Wir hätten absagen sollen. Im Nachhinein weiß ich das. Aber es wäre wiederholt eine Planänderung gewesen und zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur noch meinen Plan im Sinn, die Liste, die abgearbeitet werden musste. Ich funktionierte nur noch und wollte möglichst schnell wieder im Plan und auf sicherem Boden sein.

Der Termin war völlig sinnlos. Ich war voll im Overload und konnte nur noch schwer sprechen. Mein Sohn bekam die Aufgabe nicht auf die Reihe und verweigerte mehr oder minder die Mitarbeit, reihte planlos und vor allem wütend die Klötze der Murmelbahn wahllos aneinander.
Das Einzige, was mir dieser Termin noch eingebracht hatte, war die Tatsache, dass sich nur der Ergotherapeut erheblich Sorgen macht, ob ich dies alles wirklich allein schaffe. Na toll! (Ironie).
Als ich wieder daheim war, brach ich vollends ein und musste mich etwas hinlegen. Decke über den Kopf und Stille. Den Rest des Abends lief alles nur noch schleppend und ich war sehr gereizt.
Solche Tage braucht kein Mensch.

Aber ein Gutes hatte es. Es kann nur noch besser werden 🙂

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