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Das tut weh,

ich dachte die Zeiten von Mobbing und Ausgrenzung in dem Maße habe ich seit meiner Ausbildungszeit hinter mir gelassen. Weit gefehlt.
Das ich mehr am Rande stehe bei Veranstaltungen, sie eher wenn möglich meide oder mich nicht allzuviel an den Gesprächen beteilige, das mal außen vor. Das ist Realität. Ich habe eh das Talent dazu unsichtbar zu sein, was mir oft auch sehr recht ist.
So auch beim täglichen Abholritual vorm Kindergarten.
Aber sowas wie heute habe ich schon lange nicht mehr erlebt und ich fühlte mich glatt in meine Schulzeit zurückversetzt.

Heute war Kindifest. Im Gemeindesaal wurde das Fest abgehalten und in den Kindergartenräumen gebastelt zwischen den Aufführungen.
Um 10 sollte es anfangen. Also rechtzeitig die Kinder in Bewegung setzen, damit wir pünktlich im Veranstaltungsraum sitzen.
Oben angekommen standen da 8 lange Tischreihen, jeweils 4 auf einer Seite und dazwischen ein Mittelgang. Bis zu diesem Zeitpunkt stand meine Freundin noch neben mir. Wir steuerten also auf den nächsten freien Tisch zu und setzen uns hin.
Ich nahm an, meine Freundin wird sich mit ihrer Familie dazu setzen. Die erste Verwirrung entstand bei mir und den Kindern, sie lief einfach weiter zu einer anderen Tischreihe.

Mit meiner Freundin hätte ich mich ganz gern unterhalten, aber sie hatte sich ja dann anders entschieden und dann war es eigentlich egal, wer sich noch zu uns setzten würde. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, das unsere Tischreihe komplett gemieden wird.
Die anderen scharrten und schoben sogar an den anderen Tischen, um noch an die anderen Tische zu passen. Alles ist wohl besser, als sich zu uns zu setzen.

Das ich als komisch betrachtet werde und das ich durch die Lautstärke im Saal vermutlich auch nicht gerade so ausgesehen habe, als das ich viel Notiz nahm von dem, was um mich herum geschah. OK. Aber das war schon sehr auffällig. Selbst für mich.
Ich hätte es ja verstanden, wenn unser Tisch ungünstig gestanden wäre, aber er stand mitten drin. Neben uns, hinter uns und vor uns waren alle Reihen voll besetzt.
Nur Tisch 3 rechts, der war leer. Platz für 14 Personen. Das war unserer. Wir saßen dort zu dritt.
„Cool“, schrieb ich einem Freund“, „ein ganzer Tisch ganz für uns allein“ dahinter den Vermerk (Ironie off).

Ich verstehe nicht, was denn nun schon wieder falsch gelaufen ist.
Es geht noch nichtmal nur um mich. Ich brauche das nicht und meide es eher. Mir war es eh zu laut da drin. Meine Kinder waren die hauptleidtragenden. Meine Tochter schwer verunsichert. Sie ließ sich kaum noch dazu bewegen bei der Aufführung mitzumachen.

Zwischendurch, fällt ja auf das wir gemieden wurden, erbarmt sich eine Elternvertretung zu mir. „Ob es nicht schön gemütlich beisammen in der Runde wäre“. Hab ich was verpasst? Welche Runde. „Ich solle mir doch was zu essen holen“ dann könne man gemütlich zusammensitzen“ äh, ja und vor allem verstehe ich nicht, warum sie mir dabei fortwährend den Rücken tätscheln muss. Ich hole uns also was zu essen. Als ich zurückkomme, war sie wieder weg. Zum Glück, kein tätscheln mehr. Ich wäre sonst irgendwann ausgerastet.

Nach der zweiten Runde essen holen für die Kinder wurde ich darauf angesprochen, wie schön brav meine Kinder sitzen bleiben würden zum Essen. Ihre würden nur herumspringen und mit den anderen spielen.

Ja, was bleibt denn ihnen übrig, hätte ich am liebsten gefragt. Aber ich hatte keine Lust mehr mich zu unterhalten. Über was auch immer und schon gar nicht darüber. Sowas kann ja nur falsch verstanden werden.

Zugfahrt

Als wir fertig mit dem Essen waren ging es ans basteln und auch da redete bis auf die Kindergartenbetreuerinnen keiner ein Wort mit uns. Also versuche ich die Bastelstationen mit den Kindern so schnell wie möglich abzuarbeiten. Sie wollten beide eine Kette haben und die Fische mussten auch noch gemalt werden.

Als die Kindergartenbetreuer die Bastelstände dicht machen, packe ich auch die Kinder ein.
Wozu sollen wir länger bleiben.
An der Garderobe spricht mich die Kindergartenleitung an. Mist, ich hatte gehofft, da einfach verschwinden zu können.

„Wollen sie wirklich schon gehen? Schade, sind sie sich sicher?“
Ich schaue sie nur an „Ja“

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