Schlagwörter

, , , , ,

Die letzten Tage waren einfach zu viel und mir schwirren viele Gedanken im Kopf herum.

Ich bin wirklich der Meinung, das eine Aufklärung wichtiger ist als ein „Du Arsch“ salopp ausgedrückt. Das bringt keinen weiter und verhärtet unter Umständen nur die Fronten.
Bin ich deswegen naiv oder idealistisch?
Ein „ich reiche euch die Hand“ von Aleksander in der Wall of Autism finde ich wesentlich logischer.

Ich bin kein Medienmensch und ich werde auch nie einer sein. Ich schreibe einfach gern und es ist eine Art um mich auszudrücken.
Der Welt da draußen meine Sicht über die Dinge und meine Innerwelt darzulegen. Es ist meine Art der Aufklärung.
Das mit den Medien, das können andere machen, die sich da besser auskennen und ich hab mich die Tage in eine Rolle drängen lassen, die ich nicht bin und nicht kann.

Ich kann auch nicht viel mit „Protest“ anfangen. So betrachte ich doch „meine Welt“ auf der Sachebene. Ich sage hier bewusst „meine Welt“ weil es meine Sicht der Dinge ist. Das hat nichts mit der Verallgemeinerung zu tun, das manche behaupten, das Autisten in einer eigenen Welt leben. Ich lebe nicht in einer eigenen Welt und ich denke ich spreche da auch für alle Autisten. Wir leben alle auf demselben Planeten, atmen die gleiche Luft. Wir sind alles auch nur Menschen. Jeder individuell mit seinen Ansichten, Sichtweisen, Defiziten, Stärken, etc.

Das „Autismus“ oder „autistisch sein“ derzeit sehr häufig im falschen und vor allem negativen Kontext auftaucht, sinnentfremdet wird und mit dem tatsächlichen Autismus nichts mehr gemein haben, verletzt mich. Weniger die Tatsache, das ich dadurch diskriminiert werde, als die Tatsache das es einfach falsch ist. Ich möchte so nicht dargestellt werden. Ich bin ich und ich bin ein Mensch. Das ist das was ich euch zeigen will.
Ja, ich habe Defizite, die will ich nicht leugnen. Ich reagiere auch oft anders und verhalte mich anders. Aber ich habe auch Stärken. Längst nicht alle Defizite, auch wenn sie von außen so betrachtet werden, werte ich für mich als Schwäche aus.
Ich für meinen Teil empfinde mich als genauso richtig und gut, wie ich bin. Ich habe Eigenschaften wie Loyalität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeitssinn, objektive Sachlichkeit, Nachdenklichkeit, eine andere Wahrnehmung und vielen mehr, die ich durchaus als gut ansehe.

Ich habe hier bisher wenig über mein äußeres Erscheinungsbild geschrieben. Mehr über meine Innensicht. Denn wie ich nach außen wirke, scheint oft nicht mit dem übereinzustimmen, wie es in mir aussieht.
Für mich waren die Aussagen sogar sehr überraschend, dass man mir nicht sehr viel ansieht. Wie ich mich fühle, was ich denke. So sehe ich mich selber oft als „offenes Buch“ und kann oft nicht nachvollziehen warum andere das nicht sehen können. Meine Mimik und Körpersprache ist laut Aussage anderer minimal. Manchmal sogar missverständlich. Wenn ich z.B. angestrengt nachdenke, dann ziehe ich meine Augenbrauen zusammen und lege meine Stirn in Falten. Sehr oft wurde und wird das von anderen als verärgert sein oder Wut interpretiert. Innerlich denke ich aber wirklich nur sehr angestrengt nach.

Genauso bringt meine Art auf der Sachebene zu diskutieren viele in Weißglut. Ich sage weder „bitte“ noch „ich will“. Ich prüfe die Sachlage und weise dann eben darauf hin. Ich meinerseits kann mit einer emotionalen Sichtweise wenig anfangen. Ich verstehe sie oft nicht. Ich frage dann oft „Warum“ weil ich es verstehen will. Ich beginne erst jetzt langsam zu begreifen, dass dies manche gar nicht können. Dass es für andere Menschen einen bewussten Lernprozess erfordert, auf der Sachebene zu bleiben und mir diese Frage so zu beantworten, dass ich sie verstehe. Wirklich verstehe.

Im „Außen“ bin ich oft mit solchen Situationen überfordert. Um mich wirklich auszudrücken, brauche ich Ruhe und Zeit. Ich muss nachdenken können. Reflektieren können. Teilweise sogar erst mal differenzieren können.

Ich kann mich verbal nicht so gut ausdrücken, wie ich es schriftlich kann. Neige sogar zum Mutismus.
Schriftlich kann ich überlegen, löschen, neu ansetzten. Meine Texte entstehen oft im Kopf. Lauter Gedankenfetzen formen sich irgendwann zu einem Gesamtbild. Es ist meine Art zu ordnen. Mich zu ordnen. Meine Gedanken. Sie dann niederzuschreiben ist für mich sehr wichtig.

Mit dem Schreiben habe ich einen Weg gefunden, meine Innerwelt nach außen zu tragen.

Meine Innerwelt, das ist das, was ich bin und nicht dass was ich nach außen scheine. Das möchte ich euch mitgeben.

Auch ich reiche euch meine Hand, wie Aleksander es tut und ich leihe euch mein Auge

IMG_4988

für meine Sicht der Dinge.

Advertisements