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Ich frage mich wirklich ob das so richtig ist. Wie Sabine Kiefner in ihrem Blog schon schrieb, ist jeder für sich selber verantwortlich wie er seinen Autismus für sich sieht. Für mich ist mein AS keine Entschuldigung, allenfalls eine Erklärung für manche Dinge.

Durch meine direkte Art sage ich oft was ich denke und meine ohne an die Konsequenzen zu denken. Genauso verwende ich selten Höflichkeitsfloskeln, sondern sage es so wie ich meine ohne „durch die Blume“ zu reden.

Das kann durchaus verletzend wirken obwohl das so nicht gemeint ist und eben nur meine Meinung oder das was ich dazu denke darstellt.

Mit manchen Dingen kann ich auch nicht so gut umgehen und dann sag ich halt was dazu.

Wenn sich allerdings jemand dadurch verletzt fühlt und ich bekomme das dann mit, dann tut mir das ehrlich leid. Denn das wollte ich nicht.

Ich wollte nur meine Meinung kundtun oder das tun was ich am besten kann, aber verletzten wollte ich nicht. Dann bin ich auch so ehrlich und entschuldige mich dafür aufrichtig. Auch wenn ich die Meinung dafür nicht zurücknehmen kann, die habe ich ja trotzdem. Aber wie ich es gesagt habe oder das sich jemand dadurch verletzt fühlt. Das tut mir wirklich leid.

Genauso verhält es sich mit meinem Verhalten in einem Overload oder wenn ich überreizt bin. Ich kann zwar in dem Moment nichts dafür. Aber es tut mir meist im Nachhinein sehr leid das ich Menschen und vor allem meinen Kindern manchmal mit meinem Verhalten verletzte und sie von mir stoße. Gerade wenn ich dann niemanden an mir ertragen kann und sie mich nicht kuscheln dürfen.

Mir tut es auch leid wenn ich sie Trost brauchten und ich es nicht bemerkt habe. Meist registriere ich es spätestens dann wenn sie sich an anderer Stelle Trost suchen.

Ich gehe langsam dazu über den Kinder von vornherein zu erklären: „Das ist heute ein schlechter Tag. Mama kann nicht so wie sie gerne möchte. Es ist alles zu viel und zu laut“.

Ich hoffe so einfach, das sie es verstehen, auch wenn es trotzdem nicht immer leicht ist. Ich erkläre auch manchmal, warum ich so reagiere wie ich reagiere und es bewirkt auch etwas. Denn immer mehr gehen sie dazu über mir einfach zu sagen wenn was passiert ist. Weil ich dann oft besser reagieren kann.

Es gibt allerdings Menschen, die AS als Entschuldigung vor sich herschieben. Um ihr schlechtes Verhalten zu rechtfertigen. Statt einer Entschuldigung oder wenigstens einem Eingeständnis hört man dann nur das man ja nichts dafür kann wenn man so reagiert wie man reagiert. Das mag sein. Aber wenn es einem bewusst wird, indem es einem gesagt wird. Gerade dann muss man doch auch eingestehen können einen Fehler gemacht zu haben.

AS heisst ja nicht das man jemanden verletzen will. Es passiert halt manchmal und doch ist man trotz seinem Autismus ein Mensch.

Nur weil man autistisch ist steht man nicht über den Dingen, den Gepflogenheiten die mit den Jahren zur Konvention einer friedlichen Co-Existenz geworden sind.

Das ist auch etwas das ich meinen Kindern versuche beizubringen und auch vorzuleben.

Das keine Diagnose der Welt eine Entschuldigung für schlechtes Verhalten ist, allenfalls eine Erklärung.

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