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Ich muss da doch mal was dazu schreiben, obwohl ich sicher nicht so viel Ahnung davon habe wie anderen auf dem Gebiet.

Ich bin entsetzt …

über die Medien, wie sie das Wort „Autismus“ missbrauchen und sinnentfremden. Da kämpfe ich darum, dass Autismus besser verstanden wird und bin inzwischen tatsächlich fast froh, das nur wenige davon wissen, das wir (mein Sohn und ich) autistisch sind. Vor allem weil man seit einiger Zeit immer wieder im Zusammenhang mit den Zeitungsartikeln Geschichten hört und liest, wo Autisten oder Mütter von Autisten angesprochen werden, dass ihre Kinder doch in eine Therapie gehören…wir wären ja gemeingefährlich :-O

Bei einem Gespräch in der Schule sagte mal der dortige Schulpsychologe einen Satz, dem ich leider immer mehr wahres zusprechen muss, was eigentlich sehr traurig ist:

„die Welt ist noch nicht bereit für den Autismus“

Aber ist das wirklich so? „Wehret den Anfängen“ heisst es doch. Wenn wir jetzt nicht gegenhalten und uns wehren, das Autismus derart sprachlich missbraucht wird von der Journaille, dann verfestigt sich das immer mehr. Auch im Sprachgebrauch der Bevölkerung.

Was dann?

Das fängt ja schon damit an, dass mein Sohn in ein Sozialtraining soll, weil er so empfindlich reagiert auf das Mobbing seiner Mitschüler (die meinen das doch nicht böse). Das aber gerade die Kinder, die andere (vermeintlich schwächere) niedermachen in Schutz genommen werden, sagt sehr viel über ein Schulsystem und auch über die Gesellschaft aus in der wir leben.

Das autistische Kinder teilweise sogar als Störfaktor in einer Klasse gesehen werden, so das selbst der Schulpsychologe davon abrät bekannt werden zu lassen, dass sich da ein autistisches Kind in der Klasse befindet, mehr als bedenklich.

Da wird von der Angst der anderen Eltern berichtet, dass dieses Kind doch eine potenzielle Gefahr darstellt. Jetzt ohne Witz, das war mal Thema an einem Elternabend.

Bei sowas gehen selbst mir die Argumente aus.

Mag sein, dass ich nicht so viel politisch und  rhetorisch korrektes zu dem Thema beitragen kann…

aber ich spreche hier als selbst Betroffene und vor allem als Mutter eines Autisten:

Bitte hört damit auf!

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